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Wohnen wird wieder teurer. Laut Arbeiterkammer werden die Mieten bis zur Jahresmitte erneut angehoben, da alle Mieten mit der Inflationsrate steigen.

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Wien - Wohnen wird bereits im ersten Halbjahr wieder teurer, warnt Arbeiterkammer-Experte Franz Köppl. Bis zur Jahresmitte würden Mieten erneut angehoben werden, denn alle Mieten steigen mit der Inflationsrate, so Köppl im ORF-Radio.

Schon zu Jahresbeginn seien die Akontozahlungen für Betriebskosten erhöht worden. Die Dezember-Inflationsrate betrug 3,6 Prozent, um diesen Wert steige spätestens im Mai der Mietzins, da laut Gesetz die Inflationsrate vom Dezember als Bemessungsgrundlage für die Anpassung genommen werde, hieß es im Ö1-"Mittagsjournal".

Zuschläge

Zur Grundmiete, die als Richtwert im Mietrechtsgesetz festgelegt ist, kommen Zuschläge, etwa für eine bessere Ausstattung oder eine gute Lage, die ebenfalls erhöht werden. Diese Zuschläge machten zumeist so viel aus wie die eigentliche Miete. Das Richtwertmietensystem insgesamt wäre undurchschaubar und ineffizient. Die Zuschläge seien im Gesetz nicht festgeschrieben und müssten nicht einmal im Mietvertrag angegeben werden, so Köppl.

Die Kategoriemieten würden heuer ebenfalls steigen, weil auch hier Indexierungen vorgesehen sind. Es sei zu erwarten, dass es hier zu einer fünfprozentigen Erhöhung etwa Mitte des Jahres kommt.

Mietbegrenzungen gefordert

Durchschnittsverdiener müssten rund 40 Prozent ihres Einkommens für Wohnen ausgeben. Die AK fordere daher Mietbegrenzungen. Das Problem der hohen Mieten könne auch durch den Bau von mehr leistbaren Wohnungen gemildert werden.

Abgelehnt werden die AK-Vorschläge von ÖVP-Justizsprecher Heribert Donnerbauer: "Legistische Maßnahmen und Eingriffe bei den Mieten bringen Illegalität und ein geringeres Marktangebot. Solche Ausführungsbestimmungen führen zu weniger Wettbewerb und wirken preistreibend". Preisdämpfend wirkte dagegen ein funktionierender Markt. (APA, red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11.02.2008)