Berlin - Der deutsche Bundesbankpräsident Axel Weber lehnt eine baldige Zinssenkung der EZB zur Stützung der Konjunktur ab. "Unser primäres Mandat ist die Preisniveaustabilität", sagte Weber in einem Gespräch mit der "Frankfurt Allgemeinen Zeitung" (FAZ). "Es gibt kein Signal der Entspannung aus dem EZB-Rat hinsichtlich der Preisrisiken, im Gegenteil." Er glaube auch nicht, dass der Euro-Raum vor einer konjunkturellen Abschwächung stehe, die aus sich selbst heraus die Teuerung stark bremse.

Die Preisentwicklung bereite nach wie vor Sorge. Eine abwartende Haltung des EZB-Rats würde eine Entspannung signalisieren, "die ich angesichts der Inflationsraten nicht für angebracht halte". Seine zentrale Botschaft an die Märkte sei daher: "Wir werden alles tun, um zu verhindern, dass die Inflationserwartungen sich aus dem Bereich der Preisstabilität heraus entwickeln". Die EZB werde auch handeln, wenn durch überzogene Tariferhöhungen eine Lohn-Preis-Spirale drohe.

Die EZB hatte ihren Leitzins vergangene Woche bei vier Prozent belassen. Viele Experten gehen davon aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) im Laufe des Jahres den Zins aus Sorge um die Konjunktur senkt. (APA/Reuters)