Linz - Der Sturm Kyrill hat in den Büchern der Oberösterreichischen Versicherung AG deutliche Spuren hinterlassen. Auf sein Konto gehen 29.500 Schadensfälle mit einer Schadenssumme von 40,3 Mio. Euro. Das EGT 2007 dürfte daher deutlich niedriger ausfallen als im Vorjahr: Generaldirektor Wolfgang Weidl rechnet mit rund 6,5 Mio. Euro, 2006 waren es noch 10,3 Mio. Man habe aber auch rund 13.000 neue Kunden gewinnen und 50.000 neue Verträge abschließen können, hieß es in einer Presseaussendung am Montag.

Das Unternehmen betreut damit per Jahresende 2007 ein Prämienvolumen von 347,8 Mio. Euro für 354.200 Kunden in Österreich, das entspricht einer Steigerung von 6,7 Prozent gegenüber dem Jahr zuvor. Mit einem Prämienplus von 15,6 Prozent habe vor allem die Sparte Leben ein hervorragendes Wachstum verzeichnet, hieß es in der Aussendung. Aber auch bei Schaden-Unfall habe man die führende Marktposition weiter ausbauen können. 2008 peilte die Oberösterreichische auch in der Vorsorge die Marktführerschaft an, erklärte Vorstandsdirektor Martin Janovsky.

Mehr Schadenszahlungen

Insgesamt leistete die Oberösterreichische im vergangenen Jahr 187,4 Mio. Euro Schadenszahlungen, das entspricht einem Plus von 6,4 Prozent gegenüber 2006. Grund für die Steigerung sei vor allem der Sturm Kyrill gewesen, so Weidl. Er sieht aber auch positive Effekte auf sein Geschäft: "Die Sturmkatastrophe nutzten wir als Chance, uns erneut als verlässlicher Partner im Schadensfall zu profilieren. Dies schlug sich auch in einem Prämienplus von 3,9 Prozent nieder, womit wir in dieser Sparte ebenfalls wieder deutlich über dem Marktdurchschnitt liegen", rechnete Weidl vor.

Beim Sturm Paula Ende Jänner sei man mit einem "blauem Auge" davon gekommen, so der Generaldirektor weiter. Für eine endgültige Auswertung sei es zwar noch zu früh, er rechne aber mit etwa 1.450 Schäden und einer Schadenssumme von rund 3 Mio. Euro. "Im Schadenausmaß ist Paula daher nicht mit Kyrill zu vergleichen." Dennoch mache auch dieses Ereignis deutlich, dass man sich die rasche Umsetzung einer österreichweiten Naturkatastrophen-Versicherung zum Ziel setzen müsse, verlangte Weidl. Angesichts des Klimawandels und der daraus folgenden Zunahme an Naturkatastrophen tritt er für eine "staatlich geförderte Katastrophenvorsorge" ein.

"Naturkatastrophenbündel"

Die Oberösterreichische Versicherung will, dass durch eine Änderung des Versicherungsvertragsgesetzes ein Zusatzbaustein "Naturkatastrophenbündel" für Schäden durch beispielsweise Sturm, Hagel, Erdrutsch, Hochwasser obligatorisch als Bestandteil einer Feuer- oder Haushaltsversicherung vorgeschrieben sein sollte. Der Staat sollte - ähnlich wie bei der staatlich geförderten Zukunftsvorsorge - einen finanziellen Anreiz setzen. Damit werde das Risiko weiter gestreut und es kämen leistbare Prämien zustande, so der Vorschlag. (APA)