Wien - Wer bisher kein Ticket bekommen hat, kann nur noch ab 16. Februar auf sein Losglück hoffen. Oder eine gut gefüllte Geldtasche zücken, um die Eintrittskarten zu den Europameisterschaftsspielen auf dem Grau- oder Schwarzmarkt kaufen. Dass die Kartenkäufer, die nicht den vom europäischen Fußballverband UEFA genehmigten Weg zum Ticket genommen haben, tatsächlich am Matchtag aus der Fanmasse herausgefischt werden können, ist jedenfalls zweifelhaft.

Rund 300.000 Sitzplätze waren im Vorjahr via Internet-Verlosung der UEFA unter die Menschen gebracht worden. In Österreich gibt es eine ähnliche Verlosung ab dem kommenden Samstag: auf der Homepage des ÖFB (www.oefb.at) kann man sich zwischen 16. und 22. Februar unter dem Punkt "Ticketing" registrieren, dann spielt man um insgesamt rund 30.000 Tickets für die drei Vorrundenspiele der Österreicher in Wien mit. Diese Vergabe der Ticketkontingente der nationalen Verbände wird unterschiedlich gehandhabt. In Deutschland endet die Registrierungsfrist bereits heute, Dienstag. In Frankreich beginnt sie dagegen erst am 18. Februar.

Gewinnt man Tickets, muss man sie nach dem Willen der UEFA auch nutzen. Nur an "Gäste" darf man sie weitergeben, deren Name und Anschrift man auf Nachfrage bekanntgeben muss, sagen die EURO-Geschäftsbedingungen. Wie das kontrolliert werden soll, ist nicht so klar. Man beobachte die üblichen Internet-Auktionsforen, um Missbrauch zu verhindern, erklärt UEFA-Pressesprecher Wolfgang Eichler. Einschreiten könne man nur, wo Schwarzhandel gesetzlich verboten sei, wie in Großbritannien. Vor den Stadien werde nur stichprobenartig kontrolliert werden, ob Kartenbesitzer nun Käufer oder "Gäste" sind. (Michael Möseneder; DER STANDARD Printausgabe 12. Februar 2008)