Berlin (APA/Reuters) - Der bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein hat Kritik an der Informationspolitik im Zusammenhang mit den Milliardenbelastungen bei der BayernLB , Mehrheitseigentümerin der Hypo Alpe-Adria-Bank, zurückgewiesen. Deutschlands zweitgrößte Landesbank habe sich nach anhaltenden Spekulationen über Verluste entschlossen, bereits vor der für Ende April vorgesehenen offiziellen Bilanzpräsentationen vorläufige Zahlen zum Jahresabschluss vorzulegen, sagte der CSU-Politiker in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstagausgabe).

Die Belastungen bei der Bank seien "nicht schön". Aber wer im internationalen Kapitalmarkt aktiv sei, könne auch Verluste machen.

Beckstein reagierte damit auf Kritik der Opposition in Bayern. Sie warf dem bayerischen Finanzminister und CSU-Chef Erwin Huber vor, die Zahlen wegen der Kommunalwahlen Anfang März zu lange unter Verschluss gehalten zu haben. Huber sitzt im Verwaltungsrat der BayernLB und will sich am Donnerstag im Bayerischen Landtag zur Lage der Geldhauses äußern.

Die BayernLB muss wegen der US-Hypothekenkrise und ihrer Nachwehen an den weltweiten Börsen Belastungen von insgesamt 1,9 Mrd. Euro verkraften, wie das Münchner Institut am Mittwoch mitteilte. Die BayernLB gehört je zur Hälfte dem Freistaat und den Sparkassen in Bayern.