München - Die große Nachfrage nach Spezialchemieprodukten und höhere Preise haben Wacker Chemie ein weiteres Rekordjahr beschert. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte 2007 um 27 Prozent auf eine Milliarde Euro, wie der Konzern unter Verweis auf vorläufige Zahlen am Donnerstag berichtete.

Das Ergebnis je Aktie stieg auf rund 8,50 (Vorjahr: 6,46) Euro. Das entspricht einem Nettogewinn von gut 420 Mio. Euro nach 311 Mii. Euro im Jahr zuvor. Der Umsatz wuchs um 13 Prozent auf 3,78 Mrd. Euro.

Überholspur

Die operative Gewinnmarge zog 2007 auf 26,5 von 23,6 Prozent an. Damit zähle der Konzern zu den Besten in der Chemiebranche, sagte der scheidende Vorstandschef Peter-Alexander Wacker, der im Mai an die Spitze des Aufsichtsrats wechseln will. Weltweite Trends wie Energiesparen, Klimaschutz und Digitalisierung trieben die Nachfrage nach Spezialchemieprodukten. "Dies sehen wir als wesentliche Voraussetzung, um weiterhin über dem weltweiten Bruttoinlandsprodukt wachsen zu können." Eine genaue Prognose für 2008 will Wacker erst zur Bilanzpressekonferenz am 18. März bekanntgeben.

In der umsatzstärksten Sparte Siltronic, die Siliziumscheiben (Wafer) für die Halbleiterbranche herstellt, stiegen die Erlöse 2007 um 15 Prozent auf 1,45 Mrd. Euro. Dank höherer Nachfrage nach 300-Millimeter-Wafern, Verkäufen an die Solarindustrie und Effizienzsteigerungen legte der operative Gewinn um 34 Prozent auf 478 Mio. Euro zu.

Kräftiges Wachstum

Größere Produktionskapazitäten und höhere Preise sorgten in der Sparte Polysilicon für kräftiges Wachstum. Der Umsatz stieg um 40 Prozent auf 457 Mio. Euro, das Ebitda um 54 Prozent auf 182 Mio. Euro. Das Segment stellt hochreines Silizium für die Chip- und Solarzellenproduktion her.

In den Chemiebereichen, die unter anderem Silikonprodukte wie Öle, Harze und Dichtstoffe sowie Bindemittel für die Bau-, Kosmetik- und Pharmabranche produzieren, legte der Gesamtumsatz auf 2,1 Mrd. von 1,96 Mrd. Euro zu. Das Wachstum ergab sich vor allem durch mehr Absatz. Der operative Gewinn ging aber um sechs Mio. auf 343 Mio. Euro zurück. Hauptgrund seien höhere Kosten für Rohstoffe. (APA/Reuters)