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Archivbild vom Saturnmond Titan

Foto: REUTERS/NASA
Pasadena/Paris - Der Saturnmond Titan, der mit etwas über 5.000 Kilometer nicht einmal den halben Durchmesser der Erde hat, besitzt mehr flüssige Kohlenwasserstoffe als alle bekannten Öl- und Gasreserven der Erde, berichten die europäische Raumfahrtagentur ESA und die US-Raumfahrtbehörde NASA nach Radarmessungen der Raumsonde "Cassini". Bei -179 Grad Celsius regneten auf dem Titan Kohlenwasserstoffe wie Methan und Ethan vom Himmel und formten große Seen, so das Jet Propulsion Laboratory der NASA in Pasadena (US-Staat Kalifornien).

"Titan ist bedeckt von kohlenstoffhaltigem Material - er ist eine gigantische Kohlenstoff-Chemiefabrik", sagte Ralph Lorenz von der Johns-Hopkins-Universität, der die Auswertung der Radarmessungen geleitet hat. Die Ergebnisse hat sein Team Ende Jänner in den "Geophysical Research Letters" (Bd. 35, L02206) veröffentlicht. Das Radar der US-europäischen Raumsonde hatte mehrere hundert Seen und große Dünengebiete auf dem Saturnmond aufgespürt. Dieser ist in eine dichte Wolkendecke gehüllt und entzieht sich dadurch direkten optischen Beobachtungen.

Ausmaß

Außer den Seen bestehen auch die Dünen nach Annahmen der Forscher aus kohlenstoffhaltigem Material. Sie bedecken rund ein Fünftel der Mondoberfläche und übersteigen damit mehrere hundert Male die irdischen Kohlevorräte. Dank der ausführlichen Radarmessungen lasse sich nun das Volumen der Kohlenstoffverbindungen auf dem Saturnmond abschätzen: Die Methan- und Ethan-Seen enthalten demnach mehr als 30.000 Kubikkilometer flüssige Kohlenwasserstoffe, die Dünen mehr als 200.000 Kubikkilometer. Realistische Aussichten auf eine Nutzung dieser Brennstoffvorräte für den Menschen gibt es nicht. (APA/dpa/red)