Zagreb/Wien - Diejenige, die schuld ist an der Skibegeisterung in Kroatien, trat im April vergangenen Jahres 25-jährig offiziell zurück, nachdem sie die Saison zuvor gar nicht mehr arbeiten hatte können aufgrund von Schmerzen in den Knien und am Rücken. Nach neun Knieoperationen hatte Janica Kostelic - vierfache Olympiasiegerin, fünffache Weltmeisterin, dreifache Gesamtweltcupsiegerin - einfach genug von den Qualen.

Vergleichsweise ist Ivica, der 28-jährige Bruder, Slalom-Weltmeister 2003, der sechsmal am Knie operiert wurde, ein kleiner Held. Gegenwärtig ist er gut drauf. Zuletzt beim Slalom in Garmisch wurde er Dritter. Und es ist natürlich geschickt, dass ein Zagreber am Samstag beim ersten Herren-slalom in Zagreb um den Sieg mitfährt. "Bei uns ist jetzt wieder jeder verrückt nach Skifahren", sagt Kostelic.

Den Anfang auf dem Bärenberg im Zagreber Ortsteil Sljeme machen am Freitag (15 und 18 Uhr) die Damen. Und deren Verdienstmöglichkeiten sind gleich gut wie jene der Herren. 60.000 Euro winken Siegerin und Sieger, die Arbeit auf dem Bärenberg ist fast so viel wert wie jene auf der Kitzbüheler Streif, wo heuer Abfahrtssieger Didier Cuche 70.000 Euro an offiziellem Preisgeld lukrierte. Und wie in Kitzbühel fahren die ersten 30 ins Geld, gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm mit allerlei Veranstaltungen. 25.000 Zuseher werden erwartet.

"Der Hang schaut nicht besonders schwierig aus, aber er ist sehr fordernd. Es ist wichtig, dass man im letzten Teil konzentriert bleibt, weil man da schon ziemlich müde ist", sagt Kostelic, der den Berg, auf dem er quasi aufgewachsen ist, kennt wie kein anderer.

Am besten zurecht kam dort bisher Marlies Schild. Bei der Premiere 2005 wurde die Salzburgerin Dritte, in den vergangenen beiden Jahren hat sie gewonnen. Im Gesamtweltcup könnte sich die punktegleich mit Lindsey Vonn führende Nicole Hosp absetzen. Vonn verzichtet auf Zagreb. (bez - DER STANDARD PRINTAUSGABE 25.2. 2008)