Wien - Die Regierung will am Mittwoch im Ministerrat einen neuen Anlauf für ein Antiinflationspaket unternehmen. Am Sonntag haben sich SPÖ und ÖVP aber einmal mehr auf ihre bisherigen Positionen festgelegt: Die Koalitionsparteien forderten einander gegenseitig auf, dem jeweils eigenen Maßnahmenpaket zuzustimmen.

VP-Sozialsprecher Werner Amon und Finanzsprecher Günter Stummvoll plädierten einmal mehr für ein Aussetzen der zur Jahresmitte geplanten Gebührenerhöhungen auf Bundesebene, für ein "Preismonitoring" bei Energie (Strom, Heizöl, Gas) durch Wirtschaftsminister Martin Bartenstein sowie bei Lebensmitteln durch Sozialminister Erwin Buchinger. Außerdem forderte Stummvoll "Budgetdisziplin", denn ein Defizit heize die Inflation an.

Seitens der SPÖ verlangte Budgetsprecher Jan Krainer wirksame Maßnahmen gegen die Mietpreissteigerungen. Der "Gebührenstopp" ist für ihn zu wenig, weil Müllabfuhr, Kanal- und Parkgebühr zusammen nur einen Einfluss von 0,03 Prozentpunkten auf die Inflationsrate 2007 gehabt hätten. Wichtig sei ein umfassendes Maßnahmenpaket gegen die "hausgemachte Inflation" sowie 100 Euro "Soforthilfe" für Einkommensschwache. (APA)