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Beim Lehrgang für Hochschulmanagement der Kremser Donau-Uni dreht sich alles um die Weiterbildung von FH- und Uni-Leitern.

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Georg Schulz spricht von einer Erfahrung, die ihm "die Reflexionsmöglichkeit von zehn Jahren Praxis brachte". Im März 2007 wurde er zum Rektor der Kunst-Uni Graz gewählt, den Posten trat er im Oktober an – kurz nach Abschluss seines Studiums.

Obzwar er mit 44 Jahren "vergleichsweise jung" für die Stelle sei, handelt es sich bei Schulz nicht um einen akademischen Jungspund, der zwischen Matura und Rektorat mal eben eine Hochschulausbildung einschob. Vielmehr studierte er zunächst bis 1990 (Doktorat) Chemie an der Karl-Franzens-Uni, bevor er 1992 an der Kunst-Uni im Hauptfach Akkordeon diplomierte.

Nachdem Schulz 2002 die Lehrbefugnis als Akkordeon-Dozent erhielt und drei Jahre Vizestudiendekan gewesen war, wurde er 2003 Vizerektor für Lehre. Die verschiedenen Ebenen einer Hochschule waren Schulz also nicht weniger vertraut als seinen Amtskollegen. Und dennoch begab sich der Naturwissenschafter und Künstler noch einmal in den Hörsaal, um zu lernen: An der Kremser Donau-Uni absolvierte Schulz den berufsbegleitenden Lehrgang für "Hochschul- und Wissenschaftsmanagement" und legte im September, kurz vor Amtsantritt, die letzte Prüfung ab.

Zwar ist er überzeugt, seine Arbeit auch davor "gut gemacht" zu haben, aber für die steigenden Anforderungen im Rahmen seiner Managementaufgaben "fehlte mir doch der theoretische Unterbau". Nachdem die Unis von Gesetzes wegen Ziel- und Leistungsvereinbarungen präsentieren müssen, "wird vom Rektor erwartet, seine Anliegen nach unten durchzubringen", was aber schwierig sei, da Universitäten "überhaupt keine hierarchische Struktur" haben. Bei den Professorinnen und Professoren handle es sich immerhin "um Experten, die deshalb ihre Stelle haben, weil sie ihr Fach beherrschen".

Zum Denken anregen

Im Sinne der freien Lehre und Künste sei es auch gut, dass nicht alles von oben verordnet werden könne. Nichtsdestotrotz seien Strategien, wie man gewisse Dinge anregt und damit Nachdenkprozesse zum Laufen bringt, wertvolles Know-how, das Schulz aus dem Lehrgang mitnahm.

Auch Gernot Kohl, Geschäftsführer der FH St. Pölten, absolvierte denselben Lehrgang. Neben grundlegendem betriebswirtschaftlichem Wissen profitierte er vor allem von den Strategien der Entscheidungsfindung, die bei einer FH ganz andere seien als bei einem herkömmlichen Wirtschaftsunternehmen.

Michael Heritsch leitet gleich zwei Hochschulen: die Fachhochschule Wien und die private Modul University, die beide von der Wirtschaftskammer getragen werden. Für ihn sei es vor allem interessant gewesen, "einmal in die UniLandschaft hineinzuschnuppern". Organisatorisch befinde sich eine FH deutlich näher am Unternehmen als Universitäten, "wobei sich die in rasenden Schritten in diese Richtung bewegen." (Bernhard Madlener/DER STANDARD Printausgabe, 16./17. Februar 2008)