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Im Streit um das DVD-Format der Zukunft hat sich Blu-Ray durchgesetzt, nachdem sich nun auch der japanische Elektronikkonzern Toshiba geschlagen gab.

Foto: Reuters/Kato
Frankfurt - Für den börsenotierten deutschen Spezialmaschinenbauer Singulus scheint das Ende einer jahrelangen Durststrecke nahe. Im Kampf um das DVD-Format der Zukunft gibt sich nun offenbar auch der japanische Elektronikkonzern Toshiba geschlagen und entscheidet sich voraussichtlich für die auch von Singulus favorisierte Blu-Ray-Technik. Das macht das Unternehmen optimistisch, das lange unter der schleppenden Markteinführung und dem Konkurrenzkampf der beiden Formate Blu-Ray und HD-DVD gelitten hatte: "Unsere Erwartungen sind deutlich positiver", sagte ein Sprecher am Montag. An der Börse schnellte die im TecDax notierte Singulus-Aktie rund neun Prozent in die Höhe.

Keine höheren Absatzprognosen

Trotz der guten Aussichten lässt sich das Unternehmen, das Maschinen zur Herstellung der Silberscheiben fertigt, nicht zu einer höheren Absatzprognose hinreißen. Singulus habe noch keine Klarheit, was den Umfang möglicher weiterer Aufträge angehe, und rechne daher weiter mit dem Verkauf von 15 Blu-Ray-Maschinen in diesem Jahr, sagte der Sprecher.

Die Firma aus Kahl am Main bei Aschaffenburg hatte sich mit der Übernahme des Blu-Ray-Geschäfts des Schweizer Konkurrenten Oerlikon bereits für einen Siegeszug des Formats in Stellung gebracht. Dieser hatte sich abgezeichnet, als sich die wichtigsten Hollywood-Studios Anfang Jänner für die von Sony entwickelte Technik entschieden. Unternehmenskreisen zufolge will nun auch Toshiba, das sich bisher gemeinsam mit Microsoft für das konkurrierende HD-DVD-Format stark gemacht hatte, den Weg für die Konkurrenz frei machen. Die neuen Scheiben unterscheiden sich äußerlich nicht von CDs und DVDs, bieten aber wesentlich mehr Speicherplatz, etwa für Kinofilme in hoher Auflösung.

Mehr Aufträge

Nach Ansicht von Analysten dürfte sich das bevorstehende Ende des Streits schon bald positiv in den Auftragsbüchern von Singulus niederschlagen. Malte Schaumann von SES Research rechnet bereits Ende 2008 mit mehr Aufträgen für den Spezialmaschinenbauer. "Mit einer signifikanten Verbesserung kann aber erst 2009 gerechnet werden."

2007 war für Singulus nach den Worten von Firmenchef Stefan Baustert ein "Jahr des Übergangs". Die schleppende Umstellung auf die CD- und DVD-Nachfolgeformate sorgte voraussichtlich für einen Umsatzrückgang auf 215 bis 235 Mio. Euro nach 283 Mio. Euro im Jahr davor (einschließlich verkaufter Tochterunternehmen). Eine Ergebnisprognose wagte das Unternehmen, das sich im dritten Quartal nur knapp in der Gewinnzone hielt, nicht. Den Jahresabschluss will Singulus Ende März veröffentlichen. (APA/Reuters)