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Herve Novelli bedauert die Absage der Türkei: "Es ist wirklich schade, denn das Angebot von GdF hatte alle Eigenschaften, um angenommen zu werden. Aber wir schauen nach vorne, und deshalb sind wir da."

Foto: EPA/Dolzhenko
Paris - Der französische Energiekonzern Gaz de France (GdF) hat seine Kandidatur für die Beteiligung am Pipeline-Projekt Nabucco zurückgenommen. Dies erklärte am Montag der französische Außenhandels-Staatssekretär Herve Novelli. "Es hat eine türkische Entscheidung gegeben, die von politischen Erwägungen nicht unabhängig ist, also hat GdF sein Angebot zurückgezogen", sagte Novelli bei einem Besuch in Istanbul gegenüber Journalisten.

"Wir schauen nach vorne"

"Wir nehmen das zur Kenntnis, und wir bedauern es", meinte Novelli und fügte hinzu: "Es ist wirklich schade, denn das Angebot von GdF hatte alle Eigenschaften, um angenommen zu werden. Aber wir schauen nach vorne, und deshalb sind wir da." Die Türken widersetzen sich einer Beteiligung Frankreichs an dem Projekt, weil das Pariser Parlament den Völkermord an den Armeniern anerkannt hat und sich die französische Regierung einem Beitritt der Türkei zur Europäischen Union widersetzt.

Die Pipeline Nabucco soll ab 2012 Erdgas aus der kaspischen Region nach Europa bringen, um die Abhängigkeit der EU von russischen Gaslieferungen zu reduzieren. An dem Projekt, bei dem die österreichische OMV federführend ist, ist neben Konsortialpartnern aus der Türkei, Ungarn, Bulgarien und Rumänien auch der deutsche RWE-Konzern beteiligt. In Österreich hält die GdF zusammen mit Electricite de France (EdF) 25 Prozent plus eine Aktie an der Energie Steiermark. (APA)