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Von Vaduz nach Down Under: Der Informant tauchte unter.

Foto: AP/Kienzle
Berlin – Wer hat dem deutschen Bundesnachrichtendienst (BND) für vier bis fünf Millionen Euro jenes brisante Material aus den Liechtensteiner Banken verkauft, das die Steueraffäre in Deutschland ins Rollen brachte? Antworten auf diese Frage werden nicht nur in Liechtenstein hektisch gesucht, auch in Deutschland ist das Interesse groß. Angeblich soll der Informant Liechtensteiner Staatsbürger und 50 Jahre alt sein. Das berichtet David Crawford vom Wall Street Journal, wo sogar ein Name genannt wird: Heinrich K.

Er soll früher für die LGT-Group in Liechtenstein gearbeitet haben und 2004 in einen Betrugsfall verwickelt gewesen sein, weshalb gegen ihn auch ein Betrugsverfahren der liechtensteinischen Justiz anhängig gewesen sein soll. Im Laufe dieses Verfahrens hat K. angeblich damit gedroht, die Daten von tausenden Kunden der LGT zu veröffentlichen. Laut Wall Street Journal haben die Behörden in Liechtenstein mittlerweile jede Spur von K. verloren, nachdem dieser wegen Betrugs eine kurze Haftstrafe abgesessen hat. Er soll sich nach Australien abgesetzt haben, im Jahr 2006 zum ersten Mal an den BND herangetreten sein und rund 1000 Datensätze angeboten haben. Als Gegenleistung soll nicht nur Geld geflossen sein, sondern auch die Zusicherung, dass der Informant niemals vor Gericht als Zeuge erscheinen müsse.

Doch es gibt auch Zweifel an dieser Version: Laut Erbprinz Alois von Liechtenstein soll der Mann "nur" 500 Daten gestohlen haben, Berlin will aber 1000 erhalten haben. Außerdem sollen Deutschland Daten bis 2005 vorliegen, dieser Verdächtige kann sie aber nur bis zum Jahr 2002 gehabt haben. (bau, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21.02.2008)