Budapest - Ungarn hat den Entwurf eines zwischenstaatlichen Abkommens für die geplante Nabucco-Gasleitung vorgelegt, die von Vorder- und Zentralasien nach Europa führen soll. Das Dokument sei an die Botschafter der betroffenen Länder - Türkei, Bulgarien, Rumänien und Österreich - übergeben worden, bestätigte der Staatssekretär im Budapester Wirtschaftsministerium, Abel Garamhegyi, am Mittwoch der ungarischen Nachrichtenagentur MTI.

Budapest hatte vereinbarungsgemäß die Ausarbeitung des multilateralen Rahmenvertrags übernommen. "Auch damit will Ungarn demonstrieren, dass es das Projekt für wichtig hält und an seinem Zustandekommen interessiert ist", führte Garamhegyi weiter aus.

Die Nabucco-Pipeline soll ab 2009 von einem Konsortium unter Führung der österreichischen OMV gebaut werden. Sie soll ab 2013 Gas vom Kaspischen Meer, dem Nahen und Mittleren Osten nach Europa bringen. Die etwa 3.300 Kilometer lange Leitung soll von der Türkei über Bulgarien, Rumänien und Ungarn nach Baumgarten bei Wien verlegt werden. Ziel des etwa 5 Mrd. Euro teuren Projekts ist es auch, die Abhängigkeit Europas von russischem Gas zu verringern. Zuletzt hatte sich Anfang des Monats auch der deutsche Energiekonzern RWE dem Konsortium angeschlossen. (APA/dpa)