Brdo - Österreich wird seine militärische Präsenz im Kosovo nach der Übernahme der Führung der multinationalen Brigade Süd im Mai weiter ausbauen. Dies kündigte Verteidigungsminister Norbert Darabos (S) am Donnerstag im slowenischen Brdo an. Derzeit befinden sich im Rahmen der KFOR-Friedenstruppe 557 österreichischen Soldaten im Kosovo, das Kontingent werde auf bis zu 700 Mann aufgestockt, so Darabos.

"Österreich hat ein erhebliches militärisches Engagement im Rahmen der KFOR-Mission im Kosovo aufzuweisen und wir werden in Zukunft zu diesen Engagement stehen", betonte der Minister. Österreich habe zudem die Möglichkeit, eine nationale Reserve in den Kosovo zu schicken, die aus 250 Soldaten besteht und die für eine befristete Zeit von drei Monaten eingesetzt werden kann. Auch das "Operational Reserve Force Bataillon" steht bereit, das von österreichischen und deutschen Soldaten gebildet wird. Dieses Bataillon - in der 600-Mann-Truppe stellen die Österreicher 230 Mann - könne innerhalb von sieben Tagen in den Kosovo verlegt werden.

Geht nicht von Eskalation aus

Darabos glaubt nicht, dass die Situation im Kosovo soweit eskalieren könne, dass die Einsetzung des Bataillons notwendig werde. "Ich glaube nicht, dass es dazu kommen wird. Unsere Aufklärungstätigkeiten im Kosovo zeigen uns, dass zwar Unmut der serbischen Bevölkerung vorhanden ist, vor allem in nördlichen Teil rund um Mitrovica, aber ich gehe nicht davon aus, dass es zu einer Eskalation der Situation im Kosovo selbst kommt", sagte Darabos. "Man muss diese aber in den politischen und auch militärischen Planungen berücksichtigen", fügte Darabos hinzu.

Angesichts der Lage nach der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo habe eine Reduzierung oder sogar der Abbruch der Mission in Bosnien-Herzegowina nicht auf der Tagesordnung zu stehen, so Darabos. Die Sicherheitslage in Bosnien sei derzeit zwar stabil. "Wir haben große Erfolge im Stabilisierungsprozess erreicht, den sollen wir nicht gefährden", sagte der Minister.

EU müsse Präsenz in Bosnien erhalten

Wie der slowenische Verteidigungsminister und amtierende Ratsvorsitzende Karl Erjavec nach dem informellen Treffen im Brdo erklärte, seien sich die Minister einig gewesen, dass die EU ihre Präsenz in Bosnien erhalten müsse, so lange es die Situation in der Region verlange. Auch EU-Chefdiplomat Javier Solana betonte, dass die Bedingungen für die Beendigung der Mission nicht erfüllt seien. (APA)