Wien - Salzburg und Linz haben ihre Matchbälle in der Fremde nicht genützt, müssen nun am Sonntag auf eigenem Eis in einem entscheidenden fünften Spiel um den Einzug in das Halbfinale der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) kämpfen. Der VSV kommt nach zwei Siegen in Folge voller Selbstvertrauen nach Salzburg (Sonntag 18.00 Uhr/live Premiere). Jesenice will unbedingt Laibach in die nächste Play-off-Runde folgen.

Geänderte Vorzeichen

Red Bull Salzburg schien nach den ersten zwei Viertelfinalpartien gegen den Villacher SV nichts auf dem Weg zum Halbfinal-Duell mit den Vienna Capitals zu stoppen. Aber auf das ernüchternde 0:3 zu Hause folgte mit dem 2:8 am Donnerstag in Kärnten eine noch höhere Schlappe. Plötzlich haben sich die Vorzeichen geändert und die Chancenverteilung im fünften Match der Neuauflage des Finales von 2006 und 2007 ist ausgeglichen wie nie zuvor in der Serie.

Salzburg-Coach Pierre Page lässt sich trotzdem nicht unnötig nervös machen und versucht das auch seinen Spielern einzuimpfen: "Ich habe den Jungs gesagt, alle negativen Gedanken wegzulegen und sich nur auf das Positive zu konzentrieren. Wir müssen nach vorne schauen und alle Energien für das fünfte Spiel bündeln". Vier Spiele in acht Tagen sind körperlich nicht leicht zu verkraften, noch weniger allerdings psychisch zwei Niederlagen in drei Tagen. Daher gab der Kanadier Kalt & Co. am Freitag frei, um die Köpfe der Spieler frei zu bekommen.

Kopfsache

Page ist sich sicher, dass der Play-off-Krimi im Kopf entschieden wird und bemüht die Statistik. "Seit 16. November haben wir nie mehr als zwei Spiele nacheinander verloren. Wir bereiten uns professionell auf Sonntag vor und werde zurückkommen", ist er weiterhin voll von seinen Bullen überzeugt. Das sind spätestens seit Donnerstag aber auch die Villacher von sich selbst. Der Vize-Meister trat in den jüngsten zwei Spielen wie verwandelt auf.

Geburtstagsgeschenk

Die Adler bereiteten ihrem Coach am Donnerstag mit dem erzwungenen Entscheidungsspiel das schönste Geburtstagsgeschenk. Nun wollen sie die Arbeitszeit ihres scheidenden Trainers noch weiter verlängern. Für Salzburg spricht der Heimvorteil, für Villach die Formkurve - ein spannendes Entscheidungsmatch ist garantiert. Im Halbfinale wartet Platzierungsrundensieger Vienna Capitals.

Die Black Wings Linz waren bei ihrer Chance, die best-of-five-Serie zu beenden näher dran als die Salzburger, doch der knappe 1:0-Vorsprung in Jesenice hielt nur 46 Minuten. Die Slowenen erzwangen in den letzten drei Minuten drei Tore und damit ebenfalls ein entscheidendes fünftes Spiel. "Es wäre mehr drinnen gewesen, hat aber auch gezeigt, dass man die Slowenen nie abschreiben darf und sie immer gefährlich sind", waren sich die Linzer einig.

Doch wie in Salzburg verschwendet man keine Gedanken an die Vergangenheit und richtet auch bei den Oberösterreichern den Blick nach vorne. Die Slowenen kommen als leichter Außenseiter in die Linzer Eissporthalle, sind aber zusätzlich motiviert, würde im Halbfinale doch ein Lokalderby gegen Laibach winken. Die Statistik verspricht aber eine knappe Entscheidung: nach den bisherigen 10 Saisonduellen steht es 5:5. (APA)