Wien - Ob auch österreichische Anleger in den Liechtenstein-Strudel gezogen werden, ist nach wie vor unklar. Faktum ist, dass zahlreiche heimische Betuchte die Diskretion der Steueroase schätzen. Genauere Angaben gibt es - wie in Liechtenstein üblich - nicht. In den meisten Fällen mit österreichischem Bezug handelt es sich um Konstruktionen, die lang vor dem Inkrafttreten des österreichischen Stiftungsrechts im Jahr 1993 gewählt wurden.

So laufen seit Jahrzehnten die Fäden des Meinl-Imperiums im Fürstentum zusammen. Sowohl die Bank als auch die Reste der Industrie- und Handelsgruppe werden über zahlreiche Zwischenholdings von einer Stiftung kontrolliert. Weniger verworren sind die Beteiligungsverhältnisse im Hause Turnauer. Die Trennung zwischen Max Turnauer - seine Constantia Industries (Platten, Isolierungen) wird von seinem Sohn Stanislaus geleitet - und dessen Schwester Christine de Castelbajac (Constantia Packaging, Constantia Privatbank) erfolgt durch zwei Vaduzer Einrichtungen.

"Doyen" Herbert Batliner

Die Bank steht derzeit zum Verkauf, was mit Interesse verfolgt wird: Ähnlich wie bei Meinl und Meinl European Land werden die börsenotierten Gesellschaften Immofinanz und Immoeast von der Constantia gemanagt. Von der Connection zum Fürstentum zeugen die Kontrollfunktionen von Michael und Heinrich Liechtenstein. "Die waren immer sehr korrekt", meint ein prominenter Vertrauter des Turnauer-Clans auf die Frage zu Verwicklungen in die Steueraffäre.

Unklar sind die Verbindungen von Hans Peter Haselsteiner in die Erbmonarchie. Zwei Vaduzer Stiftungen halten knapp vier Prozent an der Strabag, der Konzernchef vertritt diese Stimmrechte. Er kenne die Stifter aber nicht, erklärte Haselsteiner im Format. Wenn Österreicher in Liechtenstein unterwegs sind, führt der Weg meist über den Doyen der dortigen Treuhand-Szene, Herbert Batliner. Die Meinls, Turnauers, die verstorbenen Gebrüder Pappas (Alpine Bau, Mercedes) oder Ex-Kaffeeröster Martin Zumtobel sollen seine Dienste beansprucht haben wie hochrangige ÖVP-Politiker. (Andreas Schnauder, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23./24.2.2008)