Wien – Ende März wird das Warten für die Verdächtigen in der Causa Hypo Group Alpe Adria ein Ende haben. Es geht um die strafrechtliche Verantwortung für die Spekulationsverluste des Jahres 2004 in der Höhe von 328 Mio. Euro und um den Verdacht der Bilanzfälschung bei Ex-Bankchef Wolfgang Kulterer (demnächst Investmentbanker in London), seinen Vorstandskollegen Günther Striedinger und Thomas Morgl, sowie den Verdacht der Untreue bei Ex-Treasury-Chef Christian Rauscher. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Seit Monaten liegt der Vorhabensbericht der Staatsanwaltschaft Klagenfurt, der von der Oberstaatsanwaltschaft Graz unterstützt wird, im Justizministerium.

Selbiges wird in den kommenden Wochen entscheiden, ob es die Pläne der Kärntner Justiz mitträgt. Die will Kulterer, Morgl und Striedinger wegen Bilanzfälschung anklagen, bei Kulterer weitere Ermittlungen wegen seiner Prämien beim Vertragsausstieg beantragen. Ein allfälliges Verfahren wegen Untreue will die Kärntner Staatsanwaltschaft gesondert führen. Geht es nach der (weisungsgebundenen) Anklagebehörde, so würde Ex-Treasurer Christian Rauscher nicht angeklagt werden. Das letzte Wort hat nun Justizministerin Maria Berger. (gra, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27.02.2008)