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In der Slowakei klagt Greenpeace die Regierung wegen des Weiterbaus am AKW Mochovce. In Japan erwies sich das größte AKW der Welt als relativ bebensicher

Foto: Reuters
Bratislava/Tokio - Die slowakische Greenpeace-Niederlassung wird die Slowakei wegen des Baus am dritten und vierten Block des Kernkraftwerks Mochovce gerichtlich verklagen. Der Grund dafür ist eine 22 Jahre alte Baugenehmigung, die noch aus der kommunistischen Zeit stammt.

"Seit dieser Zeiten wurden im Projekt die Bau- und Sicherheitselemente geändert," sagt Greenpeace-Sprecher Juraj Rizman. Daher solle eine erneute Genehmigung erlassen werden. "Und vor dieser Genehmigung muss die Einwirkung auf die Umwelt beurteilt werden, was durch das Gesetz sowie durch EU-Regeln vorgeschrieben ist", fügt die Greenpeace-Anwältin Eva Kovacechova hinzu. Das Amt für die Nuklearaufsicht verlangte aber keine dieser Erfordernisse. "Und somit brach es die Rechtsvorschriften", sagt Kovacechova.

Unterbrochene Baustelle

Das Wirtschaftsministerium vertritt dagegen eine andere Meinung. "Die Fertigstellung der Blöcke 3 und 4 ist kein neuer Bau, sondern die Fortsetzung der aus finanziellen Gründen unterbrochenen Baustelle," sagt der Sprecher des Ministeriums, Branislav Zvara. Die Greenpeace-Organisation ist aber von ihrer Rechtsinterpretation überzeugt und beharrt deshalb auf der Klage.

Glück für Japan-AKW bei Erdbeben

Glück im Unglück: Das größte Atomkraftwerk der Welt im japanischen Kashiwazaki-Kariwa hat das extrem starke Niigata-Erdbeben vom Juli 2007 "ohne signifikante Schäden an sicherheitsrelevanten Teilen" überstanden, stellte die Internationale Atomenergiebehörde IAEA nun in ihrem Abschlussbericht fest.

Bebensicherheit

Der Bericht wird in Japans Atomindustrie mit großer Erleichterung aufgenommen. Denn die Katastrophe hatte die Propaganda von der Bebensicherheit japanischer Atommeiler erschüttert. Zum einen war das Beben mit der Stärke 6,8 nach Richter dreimal stärker, als es Experten in dieser Region für möglich gehalten hatten. Zum anderen musste der Betreiber Tepco eingestehen, dass das AKW entgegen bisherigen Behauptungen direkt auf einer seismisch aktiven Bruchzone steht.

Auf dem AKW-Gelände brannte ein Transformatorenhaus, Atommüllfässer kippten um und geringe Mengen an leicht radioaktiv verseuchtem Wasser und Gasen gelangten ins Freie. Die IAEA will Japans Erfahrungen nun international nutzen, um die Bebensicherheit von Atomkraftwerken zu verbessern. (rka, mako/ DER STANDARD Printausgabe 28.2.2008)