Wien - Die Austria Metall AG (Amag) investiert kräftig am Firmensitz in Ranshofen in Oberösterreich. Der Bedarf an Alu-Produkten steige ständig und man werde bis 2010 mit der Produktionskapazität am Limit sein. "Daher hat der Aufsichtsrat grünes Licht für ein neues Warmwalzwerk gegeben", verkündete Amag-Vorstandschef Gerhard Falch am Donnerstag in einem Pressegespräch.

Die Investition im Volumen von 150 bis 200 Millionen Euro ist die zweite Phase eines Gesamtpakets, das eine Kapazitätssteigerung von derzeit 134.000 Tonnen auf insgesamt 250.000 Tonnen an Aluminium-Halbzeug- und Gießereiprodukten (Bänder, Bleche, Platten, Gusslegierungen) ermöglichen soll. Zusammen kommen Walzwerk und Gießerei derzeit auf rund 210.000 Tonnen Kapazität pro Jahr.

Phase I (bis 160.000 Tonnen) besteht aus Erweiterungsinvestitionen der bestehenden Anlagen in Ranshofen, Phase III aus einem Kaltwalzwerk. Dieses soll auf das bis 2011 zu errichtende Warmwalzwerk folgen. Letzteres wurde von Hauptaktionär Constantia Packaging (hält 90 Prozent) aber noch nicht genehmigt.

Hintergrund des Ausbaus in Ranshofen ist ein ständig wachsender Bedarf an Primäraluminium und Alu-Produkten: Der Weltmarktbedarf soll sich laut Branchenschätzungen von 42 Millionen Tonnen auf 82 verdoppeln. Er kommt zunehmend auch aus Flugzeug- und Automobilindustrie. Im Vormarsch ist neben gewalzten Platten auch Flüssig-Alu, aus dem Fahrzeugmotoren gegossen werden, die von Autoherstellern wie BMW zunehmend nachgefragt werden.

Wertvoller Schrott Der Vorteil von Alu gegenüber Stahl: Das deutlich geringere Gewicht. Nachteile wie Stabilität und Haltbarkeit wurden technologisch bereits so verbessert, dass Alu aus der Flugzeugindustrie nicht mehr wegzudenken ist. Der Plattenverschnitt ist in der Sparte allerdings mit 80 bis 85 Prozent beträchtlich, weshalb der Flugzeug-Schrott mit seinen hochqualitativen Legierungen zu den wichtigen Rohstoffen der Amag gehört. Mit Primär-Aluminium versorgt sich die Amag bei der kanadischen Elektrolyse Alouette, an der sie 20 Prozent hält.

Über die Bilanz 2007 gibt sich die börsennotierte Constantia Packaging noch bedeckt. Er sei zufrieden, sagte Vorstandschef Hanno Bästlein, der den vom Weltmarktpreis abhängigen Umsatz mit einer Milliarde Euro beziffert. 2006 war der mit 1300 Beschäftigten erwirtschaftete Umsatz von 722,7 auf 982,5 Mio. Euro gestiegen und der Jahresüberschuss von 24,5 auf 36,3 Mio. Euro. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sank von 38,4 auf 36,3 Mio. Euro. (Luise Ungerboeck, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29.02.2008)