Es ist möglicherweise etwas faul beim staatlichen ukrainischen Festnetzanbieter Ukrtelecom. Nach Bekanntwerden eines erwarteten Verlustes von 1,5 Mrd. Hryvnia (201 Mio. Euro) für das laufende Jahr will die Regierung in Kiew die Geschäftsgebarung der beiden letzten Jahre unter die Lupe nehmen. Der Vertreter von Präsident Viktor Juschtschenko im Regierungskabinett, Oleksandr Schlapak, begrüßte die Entscheidung zur Klärung der Ursache für die prognostizierten, schweren Verluste des als Quasi-Monopolist agierenden Festnetzanbieters.

Wenn so weiter gemacht werde wie bisher, werde es "nichts mehr zu privatisieren" geben, warnte Schlapak laut dem ukrainischen Wirtschaftsportal "Rynok.biz" am Donnerstag. Es müsse vor allem geklärt werden, ob "externe Faktoren" oder Management-Fehler für die roten Zahlen verantwortlich seien.

Die Telekom Austria hatte sich bis vor Kurzem für eine Beteiligung an der Ukrtelecom im Rahmen der angekündigten Privatisierung interessiert und auch bereits die Ausschreibungsunterlagen erworben. Dieses Interesse zog die Telekom Austria Anfang Februar ohne nähere Angaben von Gründen aber wieder zurück. (APA)