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Eine nicht explodierte Grad-Rakete in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny

Foto: APA/EPA
Jerusalem - Nach Informationen des israelischen Militärs haben militante Palästinenser "Grad"-Raketen aus Ägypten in den Gaza-Streifen geschmuggelt. Die knapp drei Meter langen Geschoße haben eine längere Reichweite als die bisher in Eigenfertigung hergestellten sogenannten Kassam-Raketen. Dadurch sind nach israelischen Angaben weitere 120.000 Menschen im Grenzbereich zum Gaza-Streifen bedroht.

Das Raketenwerfersystem "BM-21 Grad" wurde in den 1960er Jahren in der Sowjetunion entwickelt. Die Abkürzung "BM" steht für "Kampffahrzeug", "Grad" ist das russische Wort für "Hagel". Bei der Grundversion werden bis zu 40 gebündelte Rohre auf einem Lastwagen montiert. Das System kann alle Raketen innerhalb von 20 Sekunden verschießen. "BM 21" mit einem Kaliber von 100 bis 152 Millimetern ist der weltweit meistverbreitete Raketenwerfer. Die Armeen von mehr als 50 Staaten haben das Artilleriesystem mit Grad-Raketen in ihren Arsenalen.

China, Irak, Iran, Ägypten und weitere Länder bauen Werfer und Raketen des sowjetischen Typs in Lizenz. "BM-21" wurde zur Grundlage für andere Raketenwerfer. Für Guerilla-Einheiten ist die mobile Version "Grad-P" bestimmt, bei der ein einzelnes Raketenrohr auf einem Dreibein steht. Die in Ägypten hergestellten Versionen von "BM- 21"-Raketen werden "Sakr-18" und "Sakr-36" genannt. Sie haben eine Reichweite von 18 beziehungsweise 36 Kilometer. (APA/dpa)