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Gute Aussichten, ganz abgesehen von den Spielen, bietet die in Errichtung begriffene Public-Viewing-Zone auf der Innsbrucker Seegrube in 2000 Meter Höhe. Allerdings nur für zahlungskräftige Fans.

Foto: Archiv
Das gemeinsame Fußballschauen, mit dem im Englischen nicht gebräuchlichen Begriff Public Viewing umschrieben, wurde bei der WM 2006 zum Massenphänomen. Die Berliner Fan-Meile nahm bis zu 750.000 Menschen auf. Für die EURO wird in kleineren Dimensionen geplant, für Kritiker in zu kleinen. Dass die Einrichtung von Public-Viewing-Zonen nur mit UEFA-Lizenz (bei kommerzieller Verwertung gegen Gebühr) möglich ist, hemmt die Nachfrage. Weshalb die Frist für die Einreichung von Projekten bis 30. April verlängert wurde.

Die meistdiskutierte und größte österreichische Fan-Zone erstreckt sich über 100.000 Quadratmeter zwischen Helden- und Rathausplatz in Wien. 70.000 Menschen fasst sie, neun großflächige Bildschirme und 86 Gastronomiestände bietet sie. Fixiert ist auch ein Public Viewing auf der Kaiserwiese im Prater für 10.000 Menschen. Für den Standort Donauinsel liegt noch kein Genehmigungsantrag vor. Entsprechende Anträge haben allerdings erst einige wenige Lokalbetreiber gestellt. Austragungsorte wie die Hohe Warte oder das Alte AKH sind nicht mehr im Gespräch, sagt Anja Richter, die Sprecherin des Wiener EURO-Organisationskomitees.

Kärnten hat Public-Viewing-Bedarf

Kärnten, genauer Klagenfurt, ist neben Wien der zweite Spielort der Österreich-Gruppe mit Deutschland, Kroatien und Polen, hat also erhöhten Public-Viewing-Bedarf. Neben den zwei offiziellen Fan-Zonen in der Klagenfurter Innenstadt wird es auch nichtoffizielle Zonen im Bereich des Europaparks am Wörthersee (für 10.000 Menschen) sowie am Faaker See geben. Der Neue Platz rund um den Lindwurm und das Klagenfurter Messegelände sollen jeweils 35.000 Besuchern Platz bieten. Nachdem inzwischen an Spieltagen bis zu 120.000 Besucher erwartet werden, wurde die gesamte Innenstadt zur potenziellen Fan-Meile erklärt.

Salzburg bietet mehrere offizielle Fan-Zonen an. In der Host City Salzburg selbst sind Mozart-, Residenz- und Kapitelplatz für insgesamt 25.000 Personen vorgesehen. Dazu kommt das "Fancamp" mit Übernachtungsmöglichkeiten im Salzburger Messezentrum sowie Public Viewings in den Gemeinden Saalfelden (Rathausplatz), Kaprun (Burg) und Kuchl (Marktplatz). Wie auch in den anderen Bundesländern werden kleinere Gemeinden vom Fan-Truck samt Großleinwand eines Sponsors heimgesucht.

Mit der "steilsten Fankurve der EM" prahlt Tirol. Die Location Seegrube in 2000 Meter Höhe oberhalb Innsbrucks ist allerdings für VIP-Events konzipiert und also kostenpflichtig. Public Viewings im eigentlichen Sinn bieten 20 Standorte im ganzen Land. In Innsbruck selbst sind drei Zonen geplant: im Bergisel-Stadion, am zentrumsnahen Messeareal sowie auf der Maria-Theresien-Straße. Mit bis zu 100.000 Besuchern wird gerechnet. Außerhalb der Landeshauptstadt ist vor allem das Public Viewing auf der Festung Kufstein zu nennen.

"Fankurve Bodensee"

Vorarlberg hat mit der "Fankurve Bodensee" auf der Bregenzer Seebühne vermutlich das spektakulärste Public Viewing anzubieten. Auf zwei ins "Tosca"-Bühnenbild integrierten Großleinwänden sind in der sogenannten "ZDFarena" alle Spiele zu sehen. Bis zu 5000 Zuseher werden pro Tag erwartet, mehr als 50.000 Tickets zu 6,50 Euro (inklusive Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln) wurden bereits verkauft. In eine Fan-Zone vor dem Festspielhaus passen 8000 Menschen.

In Oberösterreich steht die Zahl der Public-Viewing-Angebote noch nicht fest. Zwischen 50 und 100 hält Landeshauptmann Josef Pühringer als zuständiger Sportreferent für möglich. In Linz gelten das Urfahranermarktgelände und der Pfarrplatz als wahrscheinlich. Auch auf dem Welser Minoritenplatz werden Spiele übertragen.

"Eisenstadt wird FANtastisch"

Unter dem Motto "Eisenstadt wird FANtastisch" steht die größte Fan-Zone im Burgenland. Beim Allsportzentrum, wenige Gehminuten vom Stadtzentrum entfernt, entsteht ein Public Viewing für mehrere tausend Personen. Ähnliches für das gesamte Turnier ist nur in Oberwart geplant.

In der Steiermark sind zwei Public-Viewing-Zonen für Graz - Karmeliterplatz und die Passamtswiese im Stadtpark - fixiert. Weiters existiert ein Projekt für das Gelände der ehemaligen Seifenfabrik Lettner in Liebenau. Anmeldungen gibt es unter anderem für Bruck/Mur, Hartberg und Friedberg. In Kapfenberg werden die Spiele auf dem Gelände des Freibades übertragen. Bewerbungen gibt es auch aus den Bezirken Leoben, Weiz, Leibnitz und Feldbach.

Die permanente große Public-Viewing-Zone in Niederösterreich wird in St. Pölten eingerichtet. Als Standort fix ist die ehemalige Tennis-Arena auf dem Areal der Niederösterreichischen Landessportschule mit 2300 Sitz- und 3000 bis 5000 Stehplätzen. Mit der "größten privaten Party" während der EURO wirbt Wöllersdorf im Bezirk Wiener Neustadt, wo täglich bis zu 20.000 Gäste im 120 Hektar großen Erlebnispark "Soccer City 08" erwartet werden. (Sigi Lützow/DER STANDARD-Printausgabe, 4.3.2008)