Düsseldorf/Rom - Der italienische Barilla-Konzern will sein deutsches Tochterunternehmen Kamps sechs Jahre nach der Übernahme wieder verkaufen. Dies kündigte der Lebensmittelkonzern am Dienstag in Parma an. Firmengründer Heiner Kamps zeigte unterdessen Interesse an einem Rückkauf der Bäckerei-Kette. "Kamps ist aus Sicht eines Food-Tech-Unternehmens grundsätzlich interessant", sagte er der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Gespräche habe es allerdings noch nicht gegeben.

Mit der Verkaufsoperation wurde nach Angaben von Barilla die Bank Lincoln International mit Sitz in Frankfurt beauftragt. Bei dem Verkauf gehe es nur um die 920 Filialen sowie fünf Fabriken der Kamps Bakeries GmbH und nicht um das Industriegeschäft von Kamps Brot- und Backwaren mit Marken wie "Golden Toast" und "Lieken Urkorn". Nach Angaben von Branchenkennern würden die zum Verkauf stehenden Bäckereien gut zur Kamps Retail Food Investment (KRFI) passen.

Positive Entwicklung

Die Verwaltung der Kamps-Verkaufsstellen gehöre nicht zum strategischen Geschäft von Barilla, hieß es. Durch die Veräußerung werde es der deutschen Kette ermöglicht, ihre positive Entwicklung unter Leitung eines neuen Besitzers fortzusetzen, begründete Barilla die Entscheidung. Kamps ist Europas größte Bäckerei-Gruppe.

Heiner Kamps hatte das Unternehmen in den 90er Jahren auf Expansion getrimmt und durch Zukäufe kräftig ausgebaut. 1998 brachte er die Kamps AG als erstes Unternehmen ihrer Branche an die Börse. Vier Jahre später kaufte Barilla die Gruppe für 1,8 Mrd. Euro.

Seine neue Gesellschaft KRFI, zu der unter anderem die Schnellrestaurant-Kette Nordsee gehört, will Heiner Kamps zu einem Lebensmittelkonzern rund um Feinkost- und Cateringfirmen sowie Bäckereien ausbauen. Mitte 2007 hatte er den Feinkosthersteller Homann erworben. Bis 2010 plant die KFRI auch durch den Erwerb weiterer Firmen einen Umsatz von 1,5 Mrd. Euro. (APA/dpa)