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Der Münchner Andreas Schwerla ist neuer McDonald’s-Chef.

Foto: APA/Fohringer
Wien – Andreas Schwerla isst zwei, drei Mal die Woche bei McDonald’s. Sein Favorit sei der Hamburger Royal, sagt er. Der Münchner arbeitet seit 23 Jahren für den Fastfood-Konzern. In der Küche habe er begonnen, im Alter von 21 in Deutschland sein erstes Restaurant geleitet und sich bis in die Chefetage aufgearbeitet. Seit Jänner gibt der stämmige Deutsche nun in Österreich den Schritt vor. Und nach dem rasanten Chefwechsel der vergangenen Jahre in der Österreich-Zentrale verspricht er Kontinuität.

Der Arbeitsplan ist dicht gedrängt. Schwerla will McDonald’s zur größter österreichischen Kaffeekette ausbauen. Zwei Jahre gibt er sich dafür Zeit, dann soll der Konzern an seinen Standorten hundert McCafés betreiben. Heuer wird die Zahl der Cafés erst einmal um 27 auf 45 erhöht. "Wir gewinnen damit neue Kundengruppen", sagt Schwerla. Sein Marketingmanager Andreas Schmidlechner erzählt von "Lounge-Atmosphäre, offenen Kaminen und Kerzenlicht".

Wiener Kaffeehausbetreiber sehen in der Offensive einen klaren Angriff gegen Starbucks. Die US-Kette leidet in den USA stark unter der Konkurrenz aus der Fast-Food-Branche. In Österreich führt Starbucks derzeit elf Filialen, zehn davon in Wien. Heuer sind weitere Eröffnungen geplant, sagt Unternehmenssprecher Reinhard Lischka dem STANDARD. Dass McDonald‘s seiner Kette das Kaffeegeschäft abgräbt, glaubt er nicht. Der US-Markt sei mit Österreich nicht vergleichbar, keiner gehe hier wegen eines Kaffees gezielt in Fastfood-Filialen, glaubt Lischka.

McDonald’s hat in Österreich 2007 sattes Wachstum hingelegt: 163 Restaurants steigerten ihren Umsatz auf gleicher Fläche um rund elf Prozent auf 365 Mio. Euro. Auch die Zahl der Gäste erhöhte sich um elf Prozent auf 117 Mio. Besucher. Bei den Gewinnen orientiere sich Österreich an den US-Ergebnissen: Dort seien die Erträge um rund sechs Prozent angezogen. Die Kette steckt bis Ende 2009 gut 75 Mio. Euro in den Neubau ihrer Filialen; Ziel sei, bis 2010 alle neu zu designen. Dass die Marketingagentur Pleon Publico an einer Aussendung feilt, die Preiserhöhungen von zehn Cent für Ein-Euro-Produkte ankündigt, bestätigt Schwerla nicht. McDonald’s federe höhere Rohstoffkosten durch eigenes Wachstum ab. (vk, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5.3.2008)