Moskau - Der russische Ölkonzern Lukoil setzt offenbar seine Rohöllieferungen an Deutschland weiterhin aus. Voraussichtlich werde es im März keine Ölzufuhren von Lukoil nach Deutschland geben, sagten Händler am Dienstag. "Bisher gab es im März keine Lieferungen und wie es aussieht, kommt bis zum Monatsende auch nichts mehr", sagte ein Rohstoffhändler. Damit würde Lukoil bereits im zweiten Monat in Folge die Ölversorgung Deutschlands unterbrechen.

Die ostdeutsche PCK-Ölraffinerie in Schwedt teilte am Dienstag indes mit, dass es bei ihr keine Einschränkungen durch den Lukoil-Lieferstopp gebe. Sie könne die geringeren Lieferungen von Lukoil durch Rohöl aus anderen Quellen ausgleichen. Die Raffinerie gehört den Ölkonzernen Shell Deutschland, Ruhr Oel, Agip und Total. Sie verarbeitet etwa jede zehnte in Deutschland eingesetzte Tonne Rohöl.

Grund für Lieferungsstopp

Grund für den Stopp der Lukoil-Lieferungen ist ein Preisstreit mit dem deutschen Generalimporteur für russisches Öl, Sunimex. Mitte Februar hatte Lukoil die Ölzufuhr nach Deutschland eingestellt. Nach Angaben von Rohstoffhändlern will das Unternehmen bei Sunimex höhere Preise durchsetzen.

Diese Strategie weckt Erinnerungen an das vergangene Jahr: Im Juli 2007 hatte Russland seine Öllieferungen an Deutschland gedrosselt, bis sich der Zwischenhändler Sunimex bereiterklärte, mehr Geld für das russische Öl zu zahlen. Einige Monate zuvor hatte es zudem einen dreitägigen Lieferstopp gegeben, der heftige politische Debatten um die Verlässlichkeit der Energielieferungen ausgelöst hatte. Über die betroffene Druschba-Pipeline bezieht Deutschland etwa ein Fünftel seines Bedarfs an Erdöl. (APA/Reuters)