Linz - Der Kinderschuherzeuger Ferdinand Richter GmbH mit Sitz in Pasching bei Linz schließt mit April sein Werk im ungarischen Vasvar. 190 Mitarbeiter werden gekündigt. Das bestätigte Alf Netek, Geschäftsführer der Shoe&Shirt Beteiligungs GmbH, zu der Richter gehört, am Dienstag im Gespräch mit der APA.

Richter betreibt neben dem Werk in Ungarn auch eines in Partizanske in der Slowakei. Das Volumen, das in Europa erzeugt wird, reiche aber nicht für beide Standorte aus. Daher habe man sich im Zuge der Konsolidierungspolitik des Unternehmens entschieden, das ungarische Werk aufzulassen, so Netek. Nach dem Zwangsausgleich der Richter-Schwester Shoe&Shirt Production GmbH im Jahr 2006 sei man derzeit auf einem "guten Weg der Stabilisierung".

"Schlechte Wirtschaftspolitik"

In Pasching beschäftigt Richter derzeit knapp 70 Mitarbeiter. Zu schaffen mache dem Unternehmen das Wetter, schilderte Netek: Wenn sich die kalte Jahreszeit auf wenige Tage beschränke, würden Mütter für ihre Kinder eher zu billigeren Winterschuhen greifen. "Die Preissensibilität der Konsumenten ist sehr hoch." Das bedinge auch Änderungen im Angebot und in der Produktion, erklärte der Geschäftsführer.

Der Bürgermeister von Vasvar, Zsolt Nemeth, machte in der Lokalzeitung "Vas Nepe" die "schlechte Wirtschaftspolitik" der links-liberalen Regierung für den Verlust der Arbeitsplätze verantwortlich. In der betroffenen Region Süd-Transdanubien liegt die Arbeitslosigkeit mit 11,3 Prozent weit über dem Landesschnitt von 7,7 Prozent. Gemeinsam mit dem Bürgermeister und anderen Unternehmen versuche man, den betroffenen Mitarbeitern in Vasvar Alternativangebote zu machen, betonte Netek im APA-Gespräch. (APA/dpa)