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Wembley, 30. Juli 1966: Drin oder nicht?

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Perthshire - Rechtzeitig zur in Österreich grassierenden Schiedsrichter-Diskussion kommt am Samstag in Schottland das International Football Association Board (IFAB) zu seinem 122. jährlichen Treffen zusammen. Im Mittelpunkt beim Treffen des für das Regulativ zuständige Organ steht die Lösung der wohl wichtigsten Frage im Fußball: Tor oder kein Tor?

Einiges spricht dafür, dass das achtköpfige Gremium (vier Mitglieder der FIFA plus vier Vertreter der britischen Fußballverbände) in Anwesenheit von FIFA-Präsident Joseph Blatter nach jahrelanger Diskussion den "intelligenten Ball" zulassen wird. Sportartikelhersteller und FIFA-Partner adidas sieht die Entwicklung des Chip-Balles entscheidend vorangebracht und hält sein Produkt für wettbewerbstauglich.

Das Unternehmen hatte mit dem Fraunhofer Institut und der Cairos AG einen Prototypen konzipiert. Zuletzt wurde die neue Technologie bei der Klub-WM im Dezember 2007 in Japan getestet. Ein Mikrochip im Ball übermittelt dabei dem Schiedsrichter per Akustiksignal, wenn das Spielgerät die Torlinie überschritten hat.

FIFA-Chef Blatter hatte schon vor der WM 2006 eine Einführung befürwortet. Technische Schwierigkeiten veranlassten den Weltverband aber, erst einmal eine Testphase bei Jugendturnieren einzuschieben. Einen Bericht wird das IFAB auch über die sogenannte Hawk-Eye-Technologie (Torkamera) erhalten, deren baldige Einführung allerdings unwahrscheinlich ist.

Vier Linienrichter, exakte Maße

Während die FIFA einen Video-Beweis zur Klärung strittiger Entscheidungen weiter strikt ablehnt, auch weil diese Technik weltweit schwer in allen Stadien einzuführen wäre, berät das IFAB, ob künftig bei ausgewählten Spielen der Einsatz von vier Linienrichtern getestet werden soll. Diesen Vorschlag hatte Blatter bei mehreren Anlässen begrüßt.

Beschlossen werden soll auch die genaue Festlegung der Spielfeldgröße bei allen internationalen Partien. Das Feld muss demnach künftig exakt 105 Meter lang und 68 Meter breit sein. Bisher können Länge (100 - 110 m) und Breite (64 - 75 m) um bis zu zehn bzw. neun Meter variieren. In einigen Stadien müssten die Spielfelder dann neu vermessen werden.

Ebenfalls auf die Tagesordnung bringen will Blatter harte Strafen für gefährliche Tacklings. "Spieler, die solche Attacken absichtlich machen, gehören weg", forderte der Schweizer in einem Interview mit der "Times". Auch die Trainer seien schuld an Attacken wie jener von Martin Taylor an Eduardo. "Der Mechanismus ist offensichtlich. Der Druck auf die Trainer ist so groß, dass sie die Spieler ermutigen, den Sieg um jeden Preis zu holen." (APA/dpa/Reuters)