Wien - Der europäische Fußballverband UEFA, ein in der Schweiz eingetragener Verein, hat sich für die EURO 2008 (7. bis 29. Juni) von den Länderverbänden vertraglich von allen Haftpflichtansprüchen, die aus oder im Zusammenhang mit der Durchführung der Fußball-EM entstehen können, freistellen lassen. Schadenersatzforderungen sind per Vertrag ausdrücklich ausgeschlossen worden. Die Landesverbände müssen ihre Spieler und Funktionäre auf eigene Kosten versichern. Die Ausrichterverbände Schweiz und Österreich sind alleine für die Versicherungsdeckung aller mit der Durchführung der EM-Spiele verbundenen Risiken verantwortlich.

Die UEFA sieht sich nur für Promotion, Koordination, Administration, das Anmelde- und Zulassungsverfahren, den Spielmodus, die Spielregeln, das Schiedsrichterwesen, das Kontroll- und Disziplinarwesen sowie die Verwertung der kommerziellen Rechte verantwortlich. Die Landesverbände tragen die Verantwortung für das Verhalten ihrer Spieler, Offiziellen, Mitglieder, Anhänger und Funktionäre. Die Ausrichterverbände (Schweiz und Österreich) sind für Ordnung und Sicherheit vor, während und nach den Spielen verantwortlich. Sie können für Zwischenfälle jeglicher Art zur Verantwortung gezogen und auch bestraft werden.

Die am Wettbewerb beteiligten Spieler sind generell für ihre eigene Versicherungsdeckung verantwortlich. Die Länderverbände sind auf eigene Kosten für die umfassende Versicherungsdeckung ihrer jeweiligen Delegation, einschließlich der Spieler und Offiziellen verantwortlich. Schadenersatzforderungen gegen die UEFA sind ausdrücklich ausgeschlossen.

Der österreichische und Schweizer Fußballverband haben sich als Ausrichter der Spiele weiters verpflichtet, bei einer angesehenen Versicherungsgesellschaft alle notwendigen Versicherungen abzuschließen, insbesondere eine Haftpflichtversicherung. Diese Haftpflichtversicherung muss Personen-, Sach- und Vermögensschäden umfassen und alle mit der Durchführung der Heimspiele verbundenen Risiken in vollem Umfang abdecken, insbesondere schlechtes Wetter und höhere Gewalt.

Der österreichische Verband etwa ließ sich von den Eigentümern und Betreibern der Stadien, in denen Spiele ausgetragen werden, die Versicherungsverträge vorlegen. Diese wurden daraufhin überprüft, ob die Versicherungssumme noch ausreichend ist, sagte der EM-Turnierdirektor für Österreich, Christian Schmölzer, zur APA. Mit dem Ergebnis, dass die Deckungssummen erhöht werden mussten. Auch Busunternehmen, die für den Personentransport zu und von den Spielstätten zuständig sind, haben die Deckungssummen ihrer Haftpflichtversicherungen erhöhen müssen. (APA)