Mit dem Mini-Notebook EeePC für 299 Euro hat der taiwanische Hersteller Asus auf der diesjährigen Cebit für Wirbel gesorgt. Die Nachfrage kann Asus derzeit kaum befriedigen, hofft aber auf baldige Entspannung, wie der Sprecher der deutschen Niederlassung in Ratingen, Holger Schmidt, am Mittwoch der Nachrichtenagentur AP sagte.

Knapp

Der EeePC sei derzeit weltweit recht knapp, erläuterte Schmidt. Grund dafür sei, dass Bauteile wie der eingebaute Akku gegenwärtig nur schlecht zu bekommen seien. Asus liefere kontinuierlich Geräte aus. Die Situation habe sich schon gebessert und dürfte sich im zweiten Quartal weiter entspannen. Bis zum Ende des ersten Quartals rechne das Unternehmen mit der Auslieferung von 45.000 Geräten in Deutschland.

Asus will mit dem EeePC eine neue Klasse im PC-Markt etablieren - und die Laptop-Hersteller das Fürchten lehren. Der EeePC ist deutlich kleiner als die üblichen Geräte: Er misst nur wenig mehr als ein DIN-A-5-Schreibblock; der Bildschirm hat eine Diagonale von nur sieben Zoll. Das wesentliche Argument neben einfacher Bedienung ist der Preis von nur 299 Euro.

Reicht

Technisch ist das Gerät zwar deutlich weniger leistungsfähig als "normale", aber auch wesentlich teurere Laptops. Es soll nach den Angaben des Herstellers aber für Textverarbeitung und Tabellenkalkulation, E-Mail und Internetzugang reichen. Die WLAN-Karte für den drahtlosen Internetzugang ist schon eingebaut.

Flash-Speicher

Statt einer herkömmlichen Festplatte ist im EeePC ein Flash-Speicher eingebaut, wie er beispielsweise auch in vielen MP3-Spielern oder Digitalkameras Verwendung findet. Vorteil ist Stoßsicherheit und geringer Stromverbrauch, Nachteil die recht geringe Kapazität von nur vier Gigabyte im aktuellen Modell.

XP

In Deutschland und Österreich ist das Gerät seit 24. Jänner auf dem Markt. In der ersten Woche seien schon 20.000 Geräte an den Handel ausgeliefert worden, sagte Schmidt. Die Nachfrage auf den verschiedenen Vertriebskanälen bis hin zu Kaufhäusern habe sich im sechsstelligen Bereich bewegt. Zur Cebit wurde das zunächst mit einer Linux-Variante als Betriebssystem gelieferte Geräte auch mit installiertem Microsoft Windows XP gezeigt.

Größere Version vor der Einführung

International kam der EeePC im Oktober 2007 auf den Markt. Asus habe bis zum Jahresende 350.000 Exemplare außerhalb Deutschlands verkauft, sagte Schmidt. Für das Jahr 2008 plane das Unternehmen den Absatz von drei Mio. bis fünf Mio. Geräten weltweit. Eine neue Version mit etwas größeren 8,9-Zoll-Bildschirm und acht oder zwölf Gigabyte Speicher stehe vor der Einführung, werde dann aber rund 400 Euro kosten. (Von Joachim Sondermann/AP)