Brüssel - Die Industrie in der Eurozone zeigt sich zu Jahresbeginn trotz der Euro-Stärke und weltweiter Konjunkturabkühlung überraschend robust. Sie steigerte ihre Produktion im Jänner um 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie die Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch mitteilte.

Im Vergleich zum Vormonat legte die Produktion mit 0,9 Prozent dreimal so stark zu wie erwartet, nachdem sie im Dezember noch leicht geschrumpft war. Damit wird eine baldige Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank nach Einschätzung von Experten unwahrscheinlich. Der Eurokurs legte deshalb zu und näherte sich seinem Rekordhoch von knapp 1,55 Dollar.

Das hohe Tempo dürfte die Industrie in den kommenden Monaten aber kaum halten. "Ich glaube nicht, dass das so weitergehen wird", sagte Volkswirt Holger Schmieding von der Bank of America. "Die schwächere US-Konjunktur und der Wechselkurs werden voraussichtlich durchschlagen."

Besonders stark legte die Produktion in Italien und Deutschland zu. In beiden Ländern lag sie jeweils um 1,3 Prozent über dem Vormonatsniveau. (APA/Reuters)