"the way home" (2008) aus Franz Grafs aktueller Ausstellung "(ele'gi :)" .

Foto: Georg Kargl Fine Arts
Mit Zeichnungen, Installationen, Textfragmenten und Gedichten von Franz Kafka bis Georg Trakl zeigt Franz Graf in seiner Ausstellung bei Georg Kargl, dass er die "(ele'gi :)" sehr elegant ins neue Jahrtausend herüberzuretten vermag.

Franz Graf will offenbar, dass man sich das schöne Wort "Elegie" auf der Zunge zergehen lässt. In Lautschrift geschrieben, betitelt es seine Schau, in die er mit Gedichten und Texten von Frank Kafka bis Georg Trakl Literarisches eingebracht hat. Als ob man sie noch nicht wirklich ausgepackt hätte, hängen die Gedichte in weißen Styroporrahmen an der Wand, wo sie mit den Zeichnungen und Bildern des Künstlers insofern sehr schön harmonieren, als dass diese ebenfalls auf Auslassungen, Fragmenten oder Neukombinationen basieren: "weiße Gewohnheiten" oder "unterbrochene menschliche Körper" heißt es beispielsweise in einem Gedicht von Trakl und auf den Bildern, die Graf meist als Diptychons hängt, sind neben Wortfragmenten auch einzelne Körperteile wie Wirbelsäulen oder Hände zu sehen.

Assoziative Verkettungen ergeben sich nicht nur durch die Sägeblätter und Scherenschnittmuster, die neben Tortenuntersätzen oder Blumenformen zu Grafs Lieblingsmotiven gehören; zwischen den unterschiedlichen Formaten tauchen auch Teile deformierter Autos auf, die wieder an die "unterbrochenen menschlichen Körper" und den elegischen Tonfall von Trakl erinnern. Dass er das Leid und die Trauer im Hauptraum der Galerie mit mehreren Frauenporträts feminisiert, muss der Poesie geschuldet sein; zeitgemäßer wirkt allerdings die Discokugel, die er der Thematik entsprechend knapp über dem Boden aufgehängt hat. (cb / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.3.2008)