Wien – Die Ausbaupläne für das islamische Zentrum in der Brigittenauer Dammstraße 37 passierten am Mittwoch endgültig den Bauausschuss des Bezirks. Der geplante Ausbau hatte im September 2007 zu einem großen Protestmarsch geführt. Nach der Demo hatte Bezirksvorsteher Karl Lacina (SP) mit der wortführenden Anrainerinitiative eine Mediation vereinbart. Dabei seien vom Trägerverein umfassende Zugeständnisse gemacht worden, sagte Lacina.

So werde der Hof des Kulturzentrums aus Lärmschutzgründen überdacht, die Versammlungsräume gedämmt sowie Gebets- und Versammlungsräume nicht gleichzeitig genutzt, um die Zahl der Besucher zu begrenzen. "Mit Abschluss der Arbeitsgruppen ist die Causa für die Bezirksvorstehung vorerst abgeschlossen", sagte Lacina. Der Trägerverein Atib habe einen Rechtsanspruch auf den Ausbau seines Zentrums.

Anders sieht dies die Bezirks-ÖVP, deren Obmann Wolfgang Aigner sich am Mittwoch erneut gegen das "Desintegrationszentrum" aussprach und im Bauausschuss – ebenso wie die FPÖ – dagegen stimmte. Die Mediationsverhandlungen seien "Alibigespräche" gewesen, kritisierte Aigner. Dazu Lacina: "Aigner stellt sich mit seiner Ablehnung gegen den Beschluss seiner eigenen Partei im Gemeinderat, die einen Resolutionsantrag gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit unterstützt hat."

Der Stein des Anstoßes ist das Zentrum des Vereins Atib, das seit 1997 in der Dammstraße im 20. Bezirk ansässig ist. Diese 1990 gegründete türkisch-islamische Union für kulturelle und soziale Zusammenarbeit ist der Dachverband von 59 Mitgliedsvereinen mit insgesamt 75.000 Mitgliedern. Beim Umbau der Anlage soll das einstöckige Gebäude um drei Stockwerke auf 18 Meter erhöht werden. Dort sind Büros, Wohnungen und ein Kindergarten geplant. (APA)