Amsterdam - Die in Zahlungsnöte geratene Fonds-Tochter der Beteiligungsfirma Carlyle steht vor dem Aus. Carlyle Capital Corp (CCC) konnte sich mit seinen Kreditgebern nach tagelangen Verhandlungen nicht auf eine neue Finanzierung einigen. Nun würden die Banken wohl die verbliebenen Anlagen des Fonds liquidieren, um die Forderungen von mehr als 16 Mrd. Dollar (10,34 Mrd. Euro) zu begleichen, teilte das Unternehmen in der Nacht zu Donnerstag mit.

Die Ankündigung ließ die Aktien des in Amsterdam gelisteten Fonds um mehr als 70 Prozent einbrechen und sorgte für neue Unruhe an den Kredit- und Aktienmärkten weltweit: Die Risikoaufschläge für Schuldverschreibungen erhöhten sich weiter, und an den Börsen sackten die Kurse ab.

Scheitern der Gespräche

Angesichts der Finanzkrise hatte CCC zuletzt große Schwierigkeiten mit der Refinanzierung. Die Banken forderten zusätzliche Sicherheiten von mehr als 400 Mio. Dollar, die der vor allem in Hypothekenpapiere investierte Fonds nicht liefern konnte. Wegen weiterer Wertverluste der von CCC gehaltenen Papiere begannen die Banken zuletzt mit dem Verkauf von Sicherheiten, um ihre Forderungen zu begleichen.

Mit dem endgültigen Scheitern der Gespräche können die Kreditgeber nun auf das gesamte Portfolio zugreifen. CCC zufolge war die US-Beteiligungsfirma Carlyle, deren Manager 15 Prozent an dem Fonds halten, bereit, bei einer Einigung mit den Banken "substanziell" weiteres Kapital zuzuschießen.

Die Krise bei CCC ließ an den Märkten Befürchtungen aufkommen, dass auch andere Private-Equity-Häuser und Hedgefonds in Zahlungsnöte geraten könnten. "Die Kreditangst ist zurück", sagte Tim Condon, Experte der Bank ING. (APA/Reuters)