Wien/Innsbruck - Das Vorziehen der Tiroler Landtagswahlen hat ÖVP-Generalsekretär Hannes Missethon sehr zurückhalten kommentiert. "Das ist eine eigenständige Entscheidung der Tiroler Regierungsparteien. Diese ist zu respektieren", ließ er auf Anfrage der APA ausrichten. Scharfe Kritik an Landeshauptmann Herwig Van Staa übten die Generalsekretäre von FPÖ und BZÖ.

FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl meinte im Parteipressedienst, dem Tiroler Landeshauptmann sitze "offenbar die Angst im Nacken", deshalb trete er die Flucht nach vorne an: "Van Staa versuche, am Wahlerfolg Erwin Prölls mitzunaschen, ohne über dessen Format zu verfügen, während der Tiroler SPÖ-Chef Gschwentner zur männlichen Onodi wird." Die FP-Tirol mit ihrem Landesparteiobmann Gerald Hauser an der Spitze verfüge über eine hervorragende Mannschaft. Als Wahlziele nannte Kickl die prozentuelle Zweistelligkeit - "je höher, desto besser" - und das Brechen der absoluten ÖVP-Mehrheit.

"Klares Eingeständnis des Scheiterns

BZÖ-Generalsekretär Gerald Grosz sprach in einer Aussendung von einem "klaren Eingeständnis des Scheiterns". "Van Staas und Gschwentners Flucht nach vorne wird zum Schuss nach hinten. Das BZÖ Listenbündnis mit Willi Tilg ist bestens gerüstet. Wir haben die Ärmel bereits aufgekrempelt und sind startklar", so Grosz. "Das BZÖ Listenbündnis mit Willi Tilg ist die einzige Alternative zu einem Landeshauptmann Van Staa, der sich offensichtlich selbst in Frühpension schicken will, denn in Tirol pfeifen es ja bereits die Spatzen vom Dach, dass der Landeshauptmann nach dem 8. Juni abtreten wird." Grosz ist überzeugt, dass das BZÖ im nächsten Tiroler Landtag vertreten sein wird.

Tiroler SP-Chef gegen Dinkhauser

Für den Tiroler SP-Chef Hannes Gschwentner ist van Staa kein "Feindbild". Seine Sorge gelte viel mehr einer möglichen Koalition der VP mit der Liste von AK-Präsident Fritz Dinkhauser. Dadurch hätte die VP wieder die Absolute, meinte Gschwentner in der gemeinsamen Pressekonferenz zur Bekanntgabe der vorgezogenen Wahlen.

Van Staa signalisierte am Donnerstag keine Ambitionen in diese Richtung. "Ich kann mir derzeit eine Zusammenarbeit mit Dinkhauser nicht vorstellen", erklärte er.

Dass wahltaktische Überlegungen hinter dem vorgezogenen Termin stehen, wies auch Gschwentner zurück. "Der Wahltermin ist nicht gegen Dinkhauser gerichtet, noch gegen einen anderen Mitbewerber", sagte Gschwentner. Dinkhauser mache bereits seit knapp einem Jahr Wahlkampf. Es könne also keine Rede davon sein, dass er sich durch den vorverlegten Wahlsonntag nicht vorbereiten könne. Der AK wolle er keine Vorschriften machen, aber man solle überlegen, ob Dinkhauser noch weiter mit AK Geldern Wahlkampf betreiben dürfe. (APA)