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Grafik: APA
Wien - 50.000 pro Stunde - das ist die Zielvorgabe. Diese Frequenz sollen die Öffis während der Fußballeuropameisterschaft EURO '08 bewältigen. Allein die im Mai verlängerte U2 werde an Matchtagen 24.000 Fans pro Stunde zum Stadion transportieren, erläuterte Vizebürgermeisterin Renate Brauner (SP) am Donnerstag das Wiener Verkehrskonzept für die EURO. Weitere 26.000 Stadionbesucher sollen mit der U1 über die Station Praterstern und mit der U3 über die Station Schlachthausgasse anreisen. Alle U-Bahnen fahren an allen 19 EM-Spieltagen bis 1.30 Uhr.

U-Bahn, Bim und Busse seien das Rückgrat des Wiener Transportkonzeptes, ergänzte Verkehrsstadtrat Rudi Schicker (SPÖ). Brauner appellierte: "Bitte nützen Sie die öffentlichen Verkehrsmittel." Sowie: "Bitte kommen Sie rechtzeitig." Um das Match ohne Anreisestress verfolgen zu können, solle man zwei Stunden vor Ankick im Stadion erscheinen - dort sorge ein Rahmenprogramm für Kurzweil.

Diese Aufrufe sind in den Augen der Grünen "blauäugig": Denn "im gleichen Konzept bietet die Stadt Wien den Fans Gratisparkplätze im unmittelbaren Nahbereich des Praterstadions an", kritisierte Grünen-Umweltsprecher Rüdiger Maresch. "Damit holt Brauner das Verkehrschaos mitten ins Zentrum Wiens."

"Salbungsvolle Worte, Beruhigungspillen und das Motto ,Wird schon werden'", kommentierte die VP-Sportsprecherin Ines Anger-Koch.

Was die Fanzone auf dem Ring betrifft, erwartet Schicker keine Probleme bei den Öffis: In die City würden ohnehin täglich tausende Menschen zur Arbeit fahren - die Fans würden das dann nur zu einem anderen Zeitpunkt tun. Anders die Situation für Autofahrer, da die Ringstraße gesperrt wird. Hier verspricht Schicker eine "Grüne Welle" auf der Ausweichroute "Zweier-Linie".

Detail am Rande: Für all jene, die doch mit dem Auto zum Stadion fahren, wird es ein Leitsystem bei den wichtigsten Einfahrtsrouten geben. Allerdings: Die derart ausgeschilderten Strecken können von den "Navis" nicht erkannt werden. Schicker rät daher: "Damit das Leitsystem funktioniert, sollte man ab der Stadtgrenze Navigationsgeräte ausschalten und ganz auf die Schilder vertrauen."

Beim Stadion sind dann die Parkplätze farblich nach den Sektoren aufgeteilt (siehe Eintrittskarte). (APA, red, DER STANDARD - Printausgabe, 14. März 2008)