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Der Golfstrom ist wesentlich für das westeuropäische Klima. Seine Abschwächung könnte schlimme Folgen insbesondere für die zukünftigen Winter haben.

Foto: APA/EPA/Nasa
Paris - Ein Abschwächen des Golfstroms könnte einen Domino-Effekt auf Niederschläge, Wind und die Zugrichtung von Stürmen haben, warnten japanische Wissenschafter in einer aktuellen Studie. Der Einfluss des Atlantik-Golfstroms ist insbesondere mit Blick auf ein Szenario der Klimaforschung interessant, wonach das massive Einströmen kalten Wassers von auf Grönland schmelzenden Gletschern den wärmenden Einfluss des Golfstroms deutlich verringern würde.

In diesem Fall würde Westeuropa womöglich eine Eiszeit drohen. Der Weltklimarat (IPCC) hatte im vergangenen Jahr vorausgesagt, dass der Golfstrom sich in diesem Jahrhundert wahrscheinlich abschwächen werde.

Winter wie in Quebec

Laut den Untersuchungen der japanischen Wissenschafter müssten westeuropäische Städte wie London oder Paris ohne den Einfluss des Golfstroms im Atlantik bitterkalte Winter erdulden. Ohne den warmen Strom, der aus dem westtropischen Atlantik nordostwärts fließt, wäre es in Paris und London im Winter so kalt wie im kanadischen Quebec, berichteten die Forscher der japanischen Hokkaido-Universität in der im britischen Wissenschaftsmagazin "Nature" veröffentlichten Studie.

Die Wissenschafter hatten dazu Aufnahmen des Satelliten QuikSCAT von Windbewegungen und Niederschlägen über dem Golfstrom genutzt. Sie versprechen sich von ihren Ergebnissen Aufschluss über die globale Erwärmung und die Gefahr einer Eiszeit.

Der Golfstrom beeinflusse die gesamte Troposphäre, also den dichtesten und der Erde am nächsten liegenden Teil der Atmosphäre, betonte der Hauptautor der Studie, Shoshiro Minobe, laut "Nature". In der Troposphäre, die bis zu 16 Kilometer über den Erdboden reicht, spielt sich der Großteil der Entwicklung von Dampf und Regen ab. (APA/red)