Salzburg - Mit einem Appell an die heimische Politik hat sich am Freitag der Sohn des in Nordafrika entführten Wolfgang Ebner, Bernhard Ebner, zu Wort gemeldet. Die Politik möge alle Möglichkeiten ausschöpfen, um seinen Vater und dessen Freundin Andrea Kloiber wieder gesund nach Österreich zu bringen, teilte der Halleiner in einer Aussendung mit.

Die am Donnerstagabend bekanntgewordene Forderung der Geiselnehmer, alle in Tunesien und Algerien inhaftierten Mitglieder der "Al-Kaida im Islamischen Maghreb" freizulassen, bereitet den Angehörigen Sorgen. "Wenn das Gerücht mit der Freilassung von Inhaftierten in Algerien und Tunesien stimmt, sehe ich das eher problematisch. Ich bin mir jedoch sicher, dass die Behörden und die Politik alles in ihrer Macht Stehende tun werden, um die beiden gesund nach Österreich zu bringen", so Ebner. Er räumte gleichzeitig ein, dass ihm "eine Lösegeldforderung lieber gewesen" wäre.

Dennoch sei er erleichtert, weil es durch die aktuellen Fotos und Forderungen nun ein Lebenszeichen seines vermissten Vaters und dessen Freundin Andrea Kloiber gebe. "Soweit man auf den Fotos erkennen kann, geht es ihnen gut - das freut mich natürlich", sagte der Sohn. "Andererseits ist es aber auch ein mulmiges Gefühl, das mich beschleicht, weil ich die Situation sehe und ihnen nicht helfen kann."(APA)