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Luftaufnahme des am 1. März bombardierten FARC-Camps in Ecuador. In dem Lager sollen mehrere Computer mit brisantem Beweismaterial sichergestellt worden sein.

Foto: AP /Dolores Ochoa
Bogota - Die kolumbianischen FARC-Rebellen haben nach Angaben der Regierung eine mutmaßliche Spionin in den eigenen Reihen getötet, bei der sie Mikrochips unter der Haut gefunden hätten. Dies gehe aus einem Schreiben vom Jänner hervor, das in einem der Computer des vor knapp zwei Wochen bei einem kolumbianischen Bombenangriff in Ecuador getöteten FARC-Rebellenführers Raul Reyes gefunden worden sei, sagte der "Friedensbeauftragte" der kolumbianischen Regierung, Luis Carlos Restrepo, am Donnerstag.

Mikrochip gefunden

In dem Schreiben an das Sekretariat der marxistischen Rebellengruppe "Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens" (FARC), der im Speicher des Computers gefunden worden sei, habe Reyes berichtet, bei der Frau seien nach einem "Verhör" je ein Mikrochip unter der Haut unter der Brust sowie in einem Backenzahn gefunden worden. Daraufhin sei die Frau, die mutmaßlich vom Militär Kolumbiens auf die Rebellen angesetzt gewesen sei, umgebracht und "ins Loch geworfen worden", wie Reyes formuliert habe.

Berichte über "Säuberungswelle"

Innerhalb der ältesten und größten Rebellengruppe des Landes läuft derzeit nach Angaben der Regierung eine "Säuberungswelle". So soll allein der vor etwa einer Woche von seinem eigenen Sicherheitschef erschossene FARC-Kommandant Ivan Rios zwischen 2005 und 2007 die Tötung von 200 Rebellen angeordnet haben, nachdem diese vor sogenannten "Kriegsgerichten" der Spionage für das Militär oder der Disziplinlosigkeit schuldig befunden worden seien. Diese Informationen stammten aus einem Laptop, den der Sicherheitschef von Rios dem Militär übergeben habe. Andere Überläufer hätten diese Angaben bestätigt.

Die FARC, die den Staat bereits seit 1964 bekämpfen, hatte lange Zeit geschätzte 18.000 bewaffnete Männer und Frauen. Inzwischen soll diese Zahl wegen des großen militärischen Drucks unter der Regierung des rechten Präsidenten Alvaro Uribe auf etwa 10.000 zurückgegangen sein. Über die grausamen Methoden zur Durchsetzung der inneren Disziplin der Guerilla gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Berichte, deren Wahrheitsgehalt allerdings unklar blieb. (APA/dpa)