Washington - Der demokratische US- Präsidentschaftsanwärter Barack Obama hat Ärger mit seinem Pastor. Obama musste sich nach einer heftigen Mediendebatte von Aussagen des Geistlichen distanzieren. Der hatte den USA eine Mitschuld an den Terror-Anschlägen vom 11. September 2001 gegeben. "Ich widerspreche dem heftig und verurteile die Stellungnahmen scharf", schrieb Obama in einem Internet-Blog.

Obamas Pastor Jeremiah Wright von der protestantischen Gemeinde Trinity Church of Christ in Chicago hatte erklärt, für den Anschlag auf das World Trade Center sei der US-"Terrorismus" verantwortlich. Der Pastor hatte Obama getraut und seine Kinder getauft.

Obama: "erschreckende Bemerkungen"

Wright habe einen "Feuersturm ausgelöst" mit "einigen aufrührerischen und erschreckenden Bemerkungen über unser Land, unsere Politik und meine politischen Gegner", schrieb Obama. Er selbst lehne jedoch jede Aussage ab, "die unser großartiges Land herabsetzt". Auch die Beleidigung einzelner Menschen habe kein Platz in der öffentlichen Debatte, betonte Obama. Sobald Wright demnächst in den Ruhestand gehe, werde er weiter die Trinity Church of Christ besuchen.

Obama hatte sich bereits im Jänner von Wright distanziert, nachdem dieser den Chef der muslimischen Schwarzen-Bewegung Nation of Islam, Louis Farrakhan, unterstützt hatte. Farrakhan ist für feindliche Äußerungen über Weiße, Juden und Homosexuelle bekannt. Der US-Fernsehsender ABC fand nach eigenen Angaben Dutzende Aussagen in Wrights Predigten, in denen er die USA schlecht machte. (APA/ag.)