Algier/Bamako - Der österreichische Emissär und Ex-Botschafter Anton Prohaska in der malischen Hauptstadt Bamako hat nach Angaben von "Radio France International" bereits erste Kontakte mit den Entführern der beiden österreichischen Touristen hergestellt. Allerdings habe er nicht mit eindeutiger Sicherheit in Erfahrung bringen können, ob sich die Geiseln wie vermutet wirklich in Mali aufhalten, hieß es Sonntagabend auf der Homepage des französischen Senders.

Unter Berufung auf Vermittler berichtete der Sender, dass die Entführer in Kontakt mit der österreichischen Regierung stünden. Sie hätten Wien zwei Botschaften zukommen lassen: Einerseits wurde der Regierung garantiert, dass nach Ablauf des Ultimatums am Sonntag um 24.00 Uhr das Leben der Geiseln nicht in Gefahr sei. Damit wurde mehr Zeit für Verhandlungen gewonnen. Zum anderen wird immer offener über Lösegeldforderungen gesprochen.

Lokale Autoritäten

Um die Verhandlungen zu beschleunigen, wurden lokale Autoritäten aus dem Norden Malis eingeschaltet, die wissen könnten, ob sich Geiseln und Entführer in Mali aufspüren lassen. Die Frage ist auch, ob sie sich im Nordwesten aufhalten, im Einflussgebiet des algerischen Islamisten und Schmugglers Mokhtar Ben Mokhtar, oder im Nordosten. Hier ist das Aktionsgebiet der algerischen Islamisten, die dem in Algier inhaftierten Islamisten "Al-Para" ergeben sind.

Zuvor hatte ein malischer Militärsprecher verkündet, dass die beiden in Nordafrika von einer Al-Kaida-Organisation entführten Österreicher nach Mali gebracht worden waren. Geheimdienste hätten herausgefunden, dass die beiden Europäer in der nordöstlichen Region Kidal, genauer in der Gegend Tegargar, festgehalten würden, sagte der Offizier, der namentlich nicht genannt werden wollte, am Sonntag der Nachrichtenagentur Reuters. Bereits zuvor war auf einer algerischen Internetseite berichtet worden, dass die Österreicher ins westafrikanische Mali verschleppt worden seien.

Das Salzburger Paar Wolfgang Ebner und Andrea Kloiber war im vergangenen Monat im Süden Tunesiens nahe der algerischen Grenze verschwunden. Die Extremisten-Organisation bekannte sich zur Entführung der Touristen und stellte Österreich am Donnerstag ein dreitägiges Ultimatum. Sie fordert laut Medien Lösegeld und die Freilassung von zehn Extremisten aus algerischen und tunesischen Gefängnissen. (APA/Reuters)