Paris - Zehn Monate nach der Wahl von Nicolas Sarkozy zum Präsidenten hat am Morgen in Frankreich die zweite Runde der Kommunalwahlen begonnen. Es ist der wichtigste Stimmungstest für den Élysée-Chef seit Amtsantritt. Umfragen sagen der Regierungspartei UMP erneut herbe Verluste voraus, jedoch weniger massive, als die Konservativen ursprünglich befürchtet hatten.

Die Wahllokale öffneten um 08.00 Uhr und schließen um 20.00 Uhr. Der erste Durchgang der Kommunalwahlen war am Sonntag vor einer Woche. Die zweite Runde findet in Kommunen statt, in denen kein Kandidat auf Anhieb eine absolute Mehrheit erzielt hatte.

Sarkozy "abstrafen"

In Paris gilt die Wiederwahl von Bertrand Delanoë als sicher. Der populäre Sozialist sieht das Rathaus an der Seine als Sprungbrett für eine Kandidatur für den Élysée. Prestigeträchtig sind auch die Wahlen in Marseille und Toulouse, wo sich Konservative und Linke Kopf-an-Kopf-Rennen liefern. In Straßburg können die Sozialisten locker damit rechnen, die Elsass-Stadt zurückzuerobern.

Sarkozy hatte den Urnengang noch Anfang Jänner als "nationalen Test" bezeichnet, sich angesichts immer schlechterer Sympathiewerte dann aber aus dem Wahlkampf herausgehalten. Umfragen zeigen, dass die Franzosen Sarkozy für seinen Stil und die Zurschaustellung seiner Beziehung zu seiner neuen Frau Carla abstrafen. (APA/dpa)