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Eine Diamantenschleiferei in Gaborone. Botswana will in Zukunft mehr Geld an den eigenen Diamanten verdienen.

Foto: AP/Themba Hadebe
Gaborone - Der afrikanische Staat Botswana will als weltgrößtes Förderland für Diamanten seinen Anteil an der Wertschöpfung im Geschäft mit den Edelsteinen deutlich steigern. Zu diesem Zweck wurde am Dienstag eine neue Handelsgesellschaft gegründet, die rund 15 Prozent der kostbaren Steine an Schleifereien im Inland verkaufen soll.

"Das ist ein wirklich bedeutsames Ereignis, das einen wichtigen Neuanfang markiert", sagte Präsident Festus Mogae, der Ende dieses Monats sein Amt niederlegt. Für die Menschen in Botswana gebe es damit neue Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten.

Eigene Schleifereien

Bisher findet nur ein kleiner Bruchteil der Bearbeitung von Rohdiamanten im südlichen Afrika statt. Mit dem Schleifen und Polieren der Steine steigt jedoch ihr Wert um rund 50 Prozent. Die neue Diamantenhandelsgesellschaft von Botswana, ein Gemeinschaftsunternehmen des botswanischen Staates mit dem weltgrößten Diamantenhändler De Beers, will bis 2010 Rohdiamanten im Wert von 550 Millionen Dollar (349 Millionen Euro) an 16 Schleifereien im eigenen Land verkaufen.

Außerdem soll die Diamond Trading Company of Botswana das gesamte Sortierungs- und Bewertungsverfahren für Diamanten übernehmen. Das Gravitätszentrum der Diamanten-Branche verlagere sich immer mehr nach Afrika, sagte der Vorstandschef des britisch-südafrikanischen Konzerns, Nicky Oppenheimer.

Ähnliche Bestrebungen gibt es auch in Südafrika und Namibia. Auf die Länder im südlichen Afrika entfallen mehr als 40 Prozent der weltweiten Diamantenförderung. Botswana allein hat einen Anteil von 22 Prozent mit einem Wert von 3,5 Milliarden Dollar (2,22 Milliarden Euro) im Jahr. (APA/AP)