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Arthur C. Clarke bei einer Festlichkeit anlässlich seines 90. Geburtstags im Dezember letzten Jahres in Colombo.

Foto: AP/Eranga Jayawardena
Colombo - Der englische Science-Fiction-Autor Arthur C. Clarke, Autor von Klassikern wie "2001: A Space Odyssey" (dt.: "2001: Odyssee im Weltraum"), "Childhood's End" ("Die letzte Generation") oder "The Fountains of Paradise" ("Fahrstuhl zu den Sternen"), ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Der Wanderer zwischen Naturwissenschaften und phantasievollen Zukunftsszenarien, dessen Werk stets von tiefem Humanismus geprägt war, starb am Mittwoch in Colombo, der Hauptstadt seiner Wahlheimat Sri Lanka.

Werdegang

Geboren am 16. Dezember 1917 in der westenglischen Ortschaft Minehead, geriet der kleine Junge in den Bann der legendären Heftserie "Amazing Stories"; er entdeckte H.G. Wells und Olaf Stapledon und begann bereits als Jugendlicher, für das Schulmagazin zu schreiben.

Als Angestellter bei der staatlichen Rechnungsprüfungskammer in London trat er der Britischen Interplanetarischen Gesellschaft bei und schrieb seine ersten Kurzgeschichten über das große Thema Raumfahrt. Daneben studierte er Physik und Mathematik am King's College in London und lernte bei der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg ein neuartiges Blindlandesystem kennen. In einem Memo für die Royal Airforce schrieb er 1945 über die Zukunft der Kommunikation mit Hilfe von Satelliten - eine Vorstellung, deren Zeit damals noch nicht gekommen war.

Weltruhm

Anfang der 50er Jahre nahm Clarke in seinem Roman "Prelude to Space" ("Aufbruch zu den Sternen") den ersten bemannten Mondflug vorweg. Auch seine anderen Bücher, die für ihre wissenschaftliche Genauigkeit gelobt wurden, entwickelten sich zu Bestsellern. Weltruhm über den Literaturbetrieb hinaus erlangte Clarkes Werk durch Stanley Kubrick, der 1968 einen seiner Romane verfilmte. Clarke verfasste das Drehbuch zu "2001: Odyssee im Weltraum" und überwachte die technische Umsetzung des Films.

In den letzten Jahren kooperierte Clarke verstärkt mit jüngeren Science Fiction-Autoren, zuletzt mit einem neuen Star des Genres, Stephen Baxter. Clarke hinterlässt überdies einen neuen Roman, den er zusammen mit Frederik Pohl verfasst hatte: Erst kürzlich habe der Autor das fertige Manuskript dieses Buchs mit dem Titel "The Last Theorem" durchgesehen, teilte das Büro Clarkes mit. Der Roman soll im Laufe dieses Jahres erscheinen. Insgesamt verfasste Clarke mehr als 100 Bücher über die Wissenschaft, den Weltraum und die Zukunft. Neben Science-Fiction-Romanen hat er auch Reisebeschreibungen und Sachbücher veröffentlicht.

Letzte Spur im All

In einem Interview der Nachrichtenagentur AP sagte Clarke einmal, er habe es nie bedauert, dass er nicht selbst in den Weltraum gereist sei. Schließlich habe er veranlasst, dass eine DNA-Probe von seinem Haar ins All geschickt worden sei. "Eines Tages könnte irgendeine Super-Zivilisation dieses Relikt einer verschwundenen Spezies entdecken, und ich könnte dann in einer weiteren Zeit leben." (APA/AP/red)