Frankfurt - Konjunktursorgen und Gewinnmitnahmen haben am Mittwoch die Preise für Rohstoffe auf breiter Front gedrückt. Öl, Gold und Kupfer verloren deutlich an Wert. Während der Ölpreis auch unter dem Wachstum der Ölvorräte in den USA litt, gerieten die Basismetallpreise wie Kupfer oder auch Zink und Blei vor allem aufgrund der Sorge um die Nachfrage in einer sich abschwächenden Weltkonjunktur unter Druck. Beim Gold nahmen viele Anleger ihre Gewinne der letzten Wochen mit, nachdem die US-Notenbank Fed die Zinsen weniger deutlich als von vielen erwartet gesenkt hatte.

Der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) notierte am Nachmittag mit 946,40 Dollar deutlich unter dem New Yorker Vortagesschluss von 1002,30 Dollar. "Die Leute hatten mit einem vollen Punkt gerechnet, die 75 Basispunkte waren daher eine Enttäuschung", erklärte Dan Smith, Analyst bei der Chartered Bank. "Außerdem gibt es einige Zahlen, die zeigen, dass die physische Nachfrage nicht so gut mithalten kann." Viele Anleger machten zudem weiter Kasse, nachdem der Goldpreis am Montag noch mit 1030,80 Dollar ein Rekordhoch erreicht hatte.

Insgesamt eher stabil

Bei den Basismetallen sorgten Aussagen der Fed über eine weitere Konjunkturabschwächung für Verkäufe. "Kurzfristig gibt es ein wenig Nervosität über die wirtschaftliche Entwicklung", sagte ein Analyst. Fundamental habe sich aber angesichts der knappen Lagerhaltung wenig geändert, so dass die Preise insgesamt eher stabil bleiben sollten. Die an der Londoner Metallbörse (LME) gemeldeten Vorräte sind seit Jahresbeginn um fast 40 Prozent gefallen. Die Tonne Kupfer verbilligte sich am Terminmarkt um über zwei Prozent auf 7980 Dollar. Der Preis für Zink brach zeitweise um über fünf Prozent ein, Aluminium rutschte um über zwei Prozent, Blei um über drei Prozent ab.

Am Ölmarkt gaben die Preise am Mittwoch mehr als vier Prozent nach. Das Fass (159 Liter) US-Leichtöl kostete mit 104,37 Dollar 4,6 Prozent weniger als am Vorabend. Die Nordseesorte Brent notierte mit 101,00 Dollar je Barrel gut vier Prozent niedriger. Analysten verwiesen darauf, dass die Anleger nun fürchteten, die Konjunkturabschwächung in der weltgrößten Volkswirtschaft könnte die Nachfrage nach Öl drücken. In den USA waren zudem in der Vorwoche die Lager weiter angeschwollen, wenn auch nicht so stark wie erwartet. Die Vorräte an Benzin- und Destillate gingen zwar zurück, doch führten Analysten dies auch auf fallende Nachfrage zurück. "Die hohen Benzin- und Heizölpreise haben vielleicht ein Niveau erreicht, wo die Konsumenten mit Blick auf ihren Energieverbrauch ihre Gewohnheiten geändert haben", erklärte ein Analyst in London. Zudem machten einige Anleger schlicht Kasse, nachdem der Ölpreis am Montag noch mit 111,80 Dollar je Fass US-Leichtöl ein Allzeithoch aufgestellt hatte. (APA/Reuters)