Neapel - 160.000 Tonnen Müll aus Neapel sollen nach Deutschland gebracht werden, um dort entsorgt zu werden. Die italienische Regierung hat dementsprechende Abkommen mit Müllentsorgungsunternehmen aus sieben deutschen Bundesländern unterzeichnet. Nach Ostern sollen Sonderzüge mit dem Müll nach Deutschland gefahren werden, wo dieser mehrheitlich in Verbrennungsanlagen in Bremerhaven entsorgt wird, berichteten italienische Medien.

Auf diese Weise hofft die Regierung in Rom, die nach wie vor akute Müllkrise in der Region Kampanien zu bewältigen. Die Beseitigung der riesigen Müllberge in Richtung Deutschland wird den italienischen Staat teuer zu stehen kommen. Eine Tonne Müll per Bahn nach Deutschland zu bringen, kostet 200 Euro. Die italienische Regierung will 100 Mio. Euro zur Verfügung stellen, um den Müll aus Neapel ins Ausland zu transportieren.

Die Lokalbehörden befürchten allerdings Schwierigkeiten während der Feiertage. Da über Ostern der Müll nicht eingesammelt wird, appellierten die Behörden die Bürger, über Ostern den Müll zu Hause zu behalten. Man will damit vermeiden, dass sich weiterer Unrat auf den Straßen türmt.

Neapel und Umland haben seit mehr als einem Jahrzehnt mit massiven Entsorgungsproblemen zu kämpfen, Deponien und Recyclinganlagen sind chronisch überlastet. Auf dem Recyclingmarkt mischt die neapolitanische Mafia, die Camorra, mit. Anfang des Jahres war die Müllkrise eskaliert, nachdem sich mehr als 350.000 Tonnen Unrat in den Straßen Neapels und der Umgebung angesammelt hatten. (APA)