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Schokolade enthält sogenannte "versteckte" Fette

Foto: APA/dpa/Oliver Berg
Wien - Für die Senkung eines hohen Cholesterin-Spiegels haben Menschen offenbar einen wichtigen Verbündeten. Wie Forscher des Französischen Instituts für Agrarforschung (INRA) herausfanden, lebt im menschlichen Darm ein Bakterium namens Bacteroides dorei, das einen erheblichen Appetit auf Cholesterin entwickelt und es abbaut.

Bakterien nun beim Menschen gefunden

Dass Cholesterin im Darm zu Koprosterin abgebaut wird, ist lange bekannt. Koprosterin kann vom Darm nicht absorbiert werden, stattdessen wird es mit den Fäkalien ausgeschieden. Während bei Ratten, Schweinen und Pavianen bereits Bakterien entdeckt wurden, die zu dem Abbau fähig sind, konnten solche Mikroorganismen bis dato beim Menschen noch nicht identifiziert werden.

Nährboden mit Cholesterin gefüttert

Um diese Wissenslücke zu füllen, mussten die INRA-Forscher aus den über 100 Milliarden von im Dickdarm befindlichen Bakterienarten die richtigen finden. Dazu wurden Proben aus Fäkalien mit einem hohen Koprosterinspiegel genommen, denn dabei war die Chance hoch, mehr der Organismen zu finden. Anschließend wurden Mischungen der gewonnenen Bakterienkolonien auf Nährböden mit Cholesterin gefüttert. Als in einer Mischung das Cholesterin komplett verschwand, war klar, dass diese den Kandidaten enthalten müsse.

Gene bestimmen

Weiterführende genetische Analysen haben gezeigt, dass der in Frage kommende Mikroorganismus zu 99,5 Prozent Ähnlichkeiten mit Bacteroides dorei aufweist. Die nächste Aufgabe der Forschung besteht nun darin, die Gene zu bestimmen, die den Abbau steuern, sowie weitere Darmbakterien zu finden, die beim Menschen die Fähigkeit zum Cholesterinabbau besitzen.

Kommt auf die Person an

Es konnte nachgewiesen werden, dass die Aktivität der Cholesterin-Fresser im Darm personenabhängig unterschiedlich ist. So wird also, je nach Typ, das Cholesterin vollständig, teilweise oder gar nicht abgebaut. Ein erhöhter Koprosterinspiegel in den Fäkalien geht mit einem geringeren Blutcholesterinspiegel einher. (APA)