New York - Mit dem klaren Auftrag für eine bessere Zusammenarbeit mit der NATO hat der UN-Sicherheitsrat am Donnerstag das Mandat seiner Afghanistan-Mission um ein Jahr verlängert. Die 15 Mitglieder des höchsten UN-Gremiums verabschiedeten die entsprechende Resolution einstimmig. Unter dem neuen Sondergesandten, dem Norweger Kai Eide, solle es "eine kohärentere Unterstützung der internationalen Gemeinschaft für die afghanische Regierung" geben, hieß es in der Resolution.

Drogenhandel bekämpfen

Die UN-Mission UNAMA erhielt in der Resolution 1806 den ausdrücklichen Auftrag, den Drogenhandel zu bekämpfen sowie Aufbau und Entwicklung des seit Jahrzehnten im Krieg lebenden Landes zu fördern. Auch die Zusammenarbeit mit der Schutztruppe ISAF, die von der NATO geführt und von insgesamt 40 Ländern gestellt wird, solle "auf allen Ebenen und im gesamten Land verstärkt werden", hieß es in der Entschließung.

Der Norweger Eide war im März von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon zum Nachfolger des Deutschen Tom Koenigs ernannt worden. Der im Dezember abgetretene Koenigs hatte nach Einschätzung vieler Beobachter nicht genügend Durchsetzungskraft, um seine Rolle als Koordinator wirkungsvoll auszufüllen.

Die USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland begrüßten das neue Mandat umgehend. Der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, der aus Afghanistan stammende Zalmay Khalilzad, versicherte in einem Artikel der "New York Times", Washington "steht voll hinter den Vereinten Nationen bei ihrer Afghanistan-Mission".

"Das richtige Signal zum richtigen Zeitpunkt"

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier erklärte in Berlin, die Verlängerung um ein Jahr sei "das richtige Signal zum richtigen Zeitpunkt". Es stehe für "die Entschlossenheit der internationalen Gemeinschaft, den Einsatz in Afghanistan zum Erfolg zu führen". Besonders begrüßte Steinmeier das "starke Koordinierungsmandat" des neuen Sonderbeauftragten Eide. Das gemeinsame Handeln in Afghanistan müsse noch besser abgestimmt werden.

Frankreich will Truppen verstärken

Eide werde von Frankreich "sehr stark unterstützt" werden, sagte UN-Botschafter Jean-Maurice Ripert vor Journalisten. Ripert erinnerte daran, dass Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy schon mehrfach seine Bereitschaft signalisierte, Frankreichs Truppen in Afghanistan zu verstärken. Frankreich hatte auf ein Rundschreiben von US-Verteidigungsminister Robert Gates zu verstehen gegeben, es sei zu einer Aufstockung seiner 1600 Soldaten in Afghanistan und einer Entsendung in den umkämpften Süden bereit.

Insgesamt sind rund 43.000 ISAF-Soldaten in Afghanistan stationiert. Ihre Mission hat sich seit deren Beginn vor rund sechs Jahren mittlerweile in einen Kampfauftrag gegen die aufständischen Taliban gewandelt, die Vertreter des afghanischen Staates und der ausländischen Truppen seit dem vergangenen Jahr verstärkt attackieren. (APA)