In den Interviews mit Krista Fleischmann entpuppte sich das mal schelmische, mal furchtsame, mal aggressive Verhältnis Thomas Bernhards zum anderen Geschlecht als skurriles Spiel. Die humoreske Distanz, die der Autor zwischen sich und die Interviewerin gebracht hat, sie fehlt seinen literarischen Frauenfiguren. Sie spielen bitter, mitunter sehnsüchtig, im Zentrum der Schauspiele ihre klassische Rolle. Bernhards Frauen bewohnen keine Insel der Seligen, sind vielmehr hilflose bis willfährige Mittäterinnen im gesellschaftlichen Ränkespiel. Zynischer ist dabei keine benannt worden als "die Gute" in Ein Fest für Boris. Aus ebendiesem Stück trägt die Burgschauspielerin Maresa Hörbiger monologisch vor, neben Passagen aus Über allen Gipfeln ist Ruh. Gelesen wird zudem aus den Erzählungen Die verrückte Magdalena, Das Vermächtnis sowie aus Dialogen aus den Dramoletten A Doda und Maiandacht. (wos, DER STANDARD/Printausgabe, 21./22./23.03.2008)