• Red Bull Salzburg - SK Rapid

    Giovanni Trapattoni (Salzburg-Trainer): "Das war keine Niederlage, das war eine Katastrophe. In 40 Jahren meiner Profi-Karriere habe ich nie sieben Gegentore bekommen, weder als Spieler noch als Trainer. Wir haben von Rapid eine große Lektion erhalten. Leider spielt diese Woche auch das Nationalteam, deshalb können wir uns nicht gleich zusammensetzen. Wir müssen aber unbedingt klären, was in den Köpfen passiert ist - wir waren nicht körperlich, sondern mental und organisatorisch schwach.

    Normalerweise haben wir daheim immer mit viel Selbstvertrauen gespielt. Aber im Vorfeld haben alle Zeitungen vom "Spiel des Jahres" geschrieben, die Spieler haben dadurch Angst bekommen. Ich hatte den Eindruck, meine Spieler sind wie benommen. Ich habe zwar versucht, die Spieler zur Pause aufzurütteln, aber sieben Sekunden nach Wiederanpfiff haben wir schon wieder ein Gegentor kassiert. Wir haben viele Fehler im Spiel eins gegen eins gemacht, die Spieler waren wie gelähmt. Ich bin sehr enttäuscht vom individuellen Verhalten einzelner Spieler, sie haben nicht gemacht, was ich gesagt habe.

    Wir brauchen jetzt keine Bestrafungen, sondern wir müssen dieses Spiel, diese Niederlage vergessen. Allerdings muss ich sagen, dass man mit diesem Verhalten auch von anderen Mannschaften so eine Lektion bekommen kann. Wir haben jetzt noch fünf Spiele, ein Punkt Vorsprung für Rapid ist nicht viel. Bis heute waren wir Favorit, aber die Chance auf den Titel ist noch immer da, warum auch nicht?"

    Alexander Zickler (Salzburg-Kapitän): "Ich will mich für die Leistung bei den Fans entschuldigen. Es liegt jetzt an uns, dass wir uns rehabilitieren. Das wird schwer genug. Wir dürfen uns jetzt nicht zerfleischen. Es war ein Scheißspiel, Rapid hat eine gute Leistung geboten. Wir waren nicht auf dem Platz. So etwas habe ich noch nie miterlebt, dass ein Spiel so schnell entschieden wird."

    Peter Pacult (Rapid-Trainer): "Es ist ein großartiger Tag für Rapid und für die Mannschaft. Wer heute darauf gesetzt hat, ist steinreich geworden. Man weiß, im Fußball kann sich schnell etwas ändern, aber was die Mannschaft heute abgeliefert hat, war sensationell. Mit diesem Sieg sind wir Tabellenführer, auch das Torverhältnis schaut jetzt anders aus, das ist natürlich sehr wichtig.

    Ich habe immer gesagt, ich will Salzburg ohne einen Zickler und einen Kovac erwischen. Alex war heute nicht topfit, Niko hat gefehlt. Wir waren immer sehr ruhig beim Passspiel, jeder Schuss war ein Treffer, das zieht jedem Gegner den Nerv. Wir haben am Samstag ein schweres Spiel gegen Wacker. Die Euphorie ist natürlich groß, ich muss schauen, dass ich sie ein bisschen bremse."

    Erwin Hoffer (Rapid-Dreifach-Torschütze): "Die ganze Mannschaft hat für einen gespielt, ich widme die Tore Markus Katzer."

    Stefan Maierhofer (Rapid-Doppel-Torschütze): "Es ist schön, wenn man von den gegnerischen Fans Lob bekommt. Wir haben eine super Leistung geboten, verdient gewonnen. Wir haben sehr guten Fußball geboten und das nötige Glück war auf unserer Seite. Es sind noch fünf Runden, es kann noch sehr viel passieren. Tore sind für einen Stürmer das Wichtigste und Beste, ich habe auch zwei Tore perfekt aufgelegt, ich bin ein Teamplayer."

  • FK Austria - SV Ried:

    Didi Constantini (Austria-Trainer): Wenn man gewinnt, ist es immer angenehm. Die Mannschaft hat drei Punkte gemacht, ich habe versucht, ihnen das Selbstvertrauen wieder zu geben. Es waren Phasen, wo wir spielerisch sehr gut waren, aber auch Phasen, wo es leichtfertige Ballverluste gab. David Lafata ist ein Topspieler, er hat mir schon gefallen, wie er (zur Austria, Anm.) gekommen ist. Ich habe der Mannschaft gesagt, es ist egal, ob wir zu Hause oder auswärts spielen, die Leistung und Laufbereitschaft müssen stimmen."

    David Lafata (Austria-Doppeltorschütze): "Das war wichtig für die Mannschaft. Am Anfang waren wir ganz gut, dann hatten wir eine Schwächeperiode. Nach dem ersten Tor sind wir stärker geworden. So müssen wir auch die letzten fünf Spiele weitermachen."

    Herwig Drechsel (Ried, mit Muskelverhärtung out): "Heute haben wir gegen einen sehr verunsicherten Gegner gespielt, haben das aber nicht ausnützen können. Teilweise waren wir noch verunsicherter als die Austria, so kann man auswärts nicht auftreten."

    Thomas Weissenböck (Ried-Trainer): "Es war kein schönes Spiel, man hat gemerkt, dass zwei verunsicherte Mannschaften auf dem Platz standen. Wir sind zu tief gestanden, haben zu wenig nach vorne gemacht. Durch das 1:0 ist die Austria sicherer geworden. Wir hatten in der zweiten Spielhälfte ein junges Mittelfeld und keinen Mann, der das Heft in die Hand nimmt."

  • LASK - Altach:

    Karl Daxbacher (LASK-Trainer): "Der Sieg freut mich besonders, weil ich schon gemerkt habe, dass wir momentan nicht so locker und gut drauf sind, wie wir es heuer schon gewesen sind. Daher bin ich sehr glücklich. Man muss sagen, dass Altach Gott sei Dank nicht so stark war, wie Innsbruck am Mittwoch. Da waren wir doch sehr betrübt." In puncto Meistertitel bzw. UEFA-Cup: "Ich glaube schon, dass Salzburg, Rapid und auch die Austria die besseren Teams sind und wir das nur mit viel Begeisterung wettmachen können. Es sind noch fünf Partien, wir müssen auch praktisch den Startplatz haben, bis ich dran glaube."

    Heinz Fuchsbichler (Altach-Trainer): "Wenn es lange 0:0 steht, riskieren beide Teams nicht viel. Nach dem 1:0 konnte der LASK sein Spiel spielen, wir mussten etwas aufmachen. Schade, dass wir den Punkt nicht mitgenommen haben. Wir waren heute nicht die schlechtere Mannschaft und haben mitgespielt. Ich habe nicht nach Innsbruck geschaut. Wir müssen jetzt in den nächsten Heimspielen punkten, es kommen auch wieder drei, vier Spieler zurück. Jeder kann in dieser Liga jeden schlagen, auch auswärts. Nur in Salzburg ist das schwierig. Wir werden kämpfen wie in den Spielen bisher, dafür sind wir meistens auch belohnt worden."

  • SV Mattersburg - SK Sturm:

    Franz Lederer (Mattersburg-Trainer): "Das waren zwei verschenkte Punkte. Wir haben bis zum Ausschluss das Spiel im Griff gehabt. Mit der Roten Karte haben wir Sturm in die Karten gespielt. Auf Stuchlik bin ich nicht sauer, dafür aber ein wenig auf Kühbauer, er darf sich zu dieser Aktion nicht hinreißen lassen. Wir hätten drei Punkte machen müssen, weil wir das Spiel bestimmt haben."

    Franco Foda (Sturm-Trainer): "Der Punkt ist hochverdient. Wir haben heute zwei Punkte liegen lassen. Die Mattersburger sind aus dem Nichts in Führung gegangen. Die Rote Karte hat uns in die Karten gespielt. Wir hätten aber schon in der ersten Hälfte das eine oder andere Tor erzielen können. Wir hatten eine gute Ballzirkulation, das zeigt unser Selbstvertrauen."

  • Innsbruck - Kärnten:

    Helmut Kraft (Wacker-Innsbruck-Trainer): "Es war eine ruhige Partie von beiden Seiten, wir hatten eine Chance in 90 Minuten, dass ist viel zu wenig. Wir haben die Konter der Kärntner gut vermeiden können, können aber nicht zufrieden sein. Es war aber für die Leistung ein gerechtes Ergebnis. Es ist immer eine Nervensache, wir müssen jetzt schauen, auswärts mehr Punkte als zu Hause zu machen. Wir können überall punkten und werden es auch müssen. Dass die Fans enttäuscht sind ist logisch, in den letzten Minuten ist die Stimmung auf den Rängen ins Negative umgeschwenkt."

    Frenkie Schinkels (Austria-Kärnten-Trainer): "Ich bin zufrieden. Wenn Giovanni Trapattoni nach einem 0:0 in Kärnten zufrieden ist, muss ich es nach einem 0:0 in Innsbruck auch sein. Innsbruck hat gefightet, man hat aber auch gemerkt, dass sie verunsichert sind. Sie hatten nur eine Torchance. Wenn jemand sagt, dass wir jetzt die leichtere Auslosung haben, ist er ein Ahnungsloser."

    Andreas Schranz (Austria-Kärnten-Tormann): "In Kärnten war es anfangs turbulent, es ist jetzt nicht schlecht, dass wir vier Spiele zu Null gespielt haben. Wir haben eine solide Leistung gebracht, Innsbruck hatte nur eine Chance, wir auch nur ein bis zwei. Im Endeffekt muss man mit dem Unentschieden zufrieden sein." (APA)